Schuldspruch nach Todesfahrt

Erstellt am 29. September 2021 | 04:43
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Foto: Von Zolnierek, Shutterstock.com
84-Jähriger verursachte einen tödlichen Unfall auf der L78. Bezirksgericht: Es war fahrlässige Tötung.

Ein 36-jähriger Motorradlenker aus dem Raum Ottenschlag verstarb im Juni nach einem Zusammenstoß mit einem Pkw noch an der Unfallstelle. Der Unfalllenker, ein 84-Jähriger aus dem Bezirk Melk, musste sich jetzt vor dem Bezirksgericht verantworten.

Laut Aussagen vor der Polizei war er im Juni mit seiner Gattin unterwegs und hatte ein Erdbeerfeld gesucht. Beim Abbiegen auf der L78 von Kottes in Fahrtrichtung Himberg übersah er den Motorradfahrer, es kam zum Zusammenstoß. Der 36-Jährige verstarb noch an der Unfallstelle.

Der Angeklagte zeigt sich vor dem Gericht geständig. Der Privatbeteiligtenvertreter der Witwe fordert insgesamt 52.000 Euro, darunter auch Zahlungen für Bestattung, für den Fahrzeugschaden und laufenden Unterhalt für die Witwe und ihre beiden Söhne, vier und sechs Jahre alt.

Der Richter spricht den Angeklagten der fahrlässigen Tötung schuldig. Er verurteilt ihn zu einer Geldstrafe von 5.400 Euro sowie einer Zahlung von 7.540 Euro, die er der Witwe überweisen muss. Die übrigen Ansprüche werden auf den Zivilrechtsweg verwiesen. „Sie haben nicht vorsätzlich gehandelt. So etwas soll und darf nicht passieren, aber kann passieren. Man kann es dann leider nicht mehr rückgängig machen“, sagt der Richter zum Angeklagten. Als Milderungsgründe zählt er das Geständnis sowie den bisherigen ordentlichen Lebenswandel des Pensionisten auf.