Karina:,Mein Jahr in Peru‘

Erstellt am 17. Juli 2013 | 00:00
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RÜCKKEHR /  Sr. Karina ist wieder zu den Franziskanerinnen heimgekehrt. Im Gepäck viele Erlebnisse und Erfahrungen, die sie ab Herbst an die Zwettler Kinder weitergeben wird.

ZWEETTL / Im Juli vorigen Jahres brach Sr. Karina Beneder von den Franziskanerinnen in Zwettl nach Lima in Peru auf, um ein Jahr, ganz nahe bei den Menschen zu sein. Am 11. Juli kehrte sie wieder nach Zwettl zurück.

Mit ihr nach Zwettl kamen wieder der kleine Jim Juan Pedro und dessen Mutter. Der kleine Bub wird jetzt in Linz zum zweiten Mal am Herzen operiert. Beim Sonntagsgottesdienst konnte sich die Pfarrgemeinde ein Bild von den großen Fortschritten des Buben machen.

Sr. Karina wusste nur zum Teil, was sie in Peru erwarten würde. Sie hatte das Land zuvor bereits zweimal für einige Wochen besucht. „Die Hürde der spanischen Sprache musste ich zuerst schaffen. Trotzdem habe ich von Anfang an mit den Kindern und Jugendlichen in einem Jugendhaus am Rand von Lima gelebt und gearbeitet“, erzählt Sr. Karina.

Ihr Tagesablauf gestaltete sich anfangs meistens so: Spanisch lernen, Hausübung machen, mit den Kindern spielen, werken, malen, Essen teilen, zuhören und trösten. Es kamen viele Kinder, sehr viele Kinder! „Vieles was ich erlebt habe, lässt sich nicht einfach in Worten ausdrücken. Wie sollte ich erzählen, wie man sich fühlt, wenn ein Dreijähriger fragt, ob ich ihn waschen könne. Wie gehe ich damit um, wenn Kinder sagen, dass sie nicht nach Haus gehen wollen? Was kann ich machen, wenn ein Mädchen unbedingt im Jugendhaus schlafen will?“.

Fast jeden Nachmittag war das Haus voll mit Kindern und am Abend kamen die Jugendlichen zum Tanz, um Theater zu spielen, Fitnessübungen oder Break Dance zu trainieren.

Regelmäßig besuchte Karina die Familien 

„Zweimal in der Woche habe ich mit einer Sozialarbeiterin Familien besucht, die in diesem Stadtteil von Lima wohnen. Da war mir immer klar, dass ich hier in Peru wie eine ,Königin‘ lebe, obwohl es sehr einfach war. Viele Familien haben durch Spenden Holzhütten erhalten statt ihrer Plastikbehausung. Die Menschen waren überaus dankbar für ihre neue Wohnmöglichkeit, weil sie mehr Platz hatten oder eben im Winter nicht auf der Erde schlafen mussten. Es wird mir sicher immer in Erinnerung bleiben, wie mir ein Kind seinen Schlafplatz in der neuen Hütte gezeigt hat – eine dünne Decke am Boden – aber mehr Platz.“

Sehr schön waren für Sr. Karina die Gottesdienste – so lebendig und schwungvoll. P. Juan Goicochea, ein Comboni-Missionar, den viele Zwettler bereits in der Stadtpfarrkirche erlebt haben, hat ein besonderes Charisma in der Arbeit mit den Jugendlichen, den Kranken und allen Menschen in diesem Pfarrgebiet. Für den Bau des Jugendhauses sowie für die Ausgestaltung sind sehr viele Spenden aus Zwettl verwendet worden.

So ungefähr alle sechs Wochen fuhr sie in die Partnerschule in den Norden, um mit den Kindern handwerklich zu arbeiten. Mit Hilfe von Spendengeldern haben die Verantwortlichen eine Exkursion mit 300 Kindern in ein nahegelegenes Freilichtmuseum machen können. Für die Kinder war es der erste Besuch im Museum.

Patenschaft für eine Schule übernommen 

„Heuer im März wurde der Sportplatz der Schule eröffnet und ich durfte die Patenschaft für die 500 Schulkinder übernehmen.“

Diese Schule ist bis jetzt in einem Privathaus untergebracht und benötigt geeignete Schulklassen, die einen geordneten Schulbetrieb ermöglichen. Das ist sicher eine große Aufgabe, die ich mit der Patenschaft übernommen habe, aber Schritt für Schritt wird sich eine Lösung ergeben, wenn viele helfen. Bis jetzt gibt es eine Mauer mit dem Eingangsbereich rund um den Bauplatz für das geplante Schulgebäude, wo 22 Klassenräume und Nebenräume entstehen.