Onlineshop geschaffen: 24 Millionen Kleinteile

Erstellt am 28. August 2020 | 05:02
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Antriebsriemen für Wäschetrockner, Griffunterteile für Gefriertruhen, Lagerkegel für Wäschetrockner: In Robert Edingers Onlineshop finden Hobbybastler sämtliche Ersatzteile.
Foto: Markus Füxl
Norbert Edinger aus Kehrbach vertreibt Kleinteile für Hobbybastler.

Wenn Kühlschränke, Waschmaschinen oder Staubsauger kaputt sind, steckt der Teufel oft im Detail: Meist sind es „nur“ Kleinteile, die ausgetauscht werden müssen. Robert Edinger aus Kehrbach verspricht mit seinem Onlineshop Abhilfe – er bietet eine Auswahl von 24 Millionen Teilen.

Früher hat der 59-Jährige Elektrogeräte gekauft. „Ich bin dann draufgekommen, dass viele Firmen wichtige Kleinteile nicht mehr nachproduzieren“, erklärt er, wie er auf die Idee für seinen Onlineshop gekommen ist. 2004 gründete er eine Firma, drei Jahre später war der „ER-Shop“ online. Edinger arbeitet dabei mit einer großen Firma in Deutschland zusammen.

Die Teile können auf seiner Plattform bestellt werden. Mit der Post kommen sie dann meist in wenigen Tagen geliefert. Bezahlt wird über Paypal, die Versandkosten betragen fünf bis sieben Euro, ab einem Bestellwert von 85 Euro fallen die Versandkosten weg. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit zur Selbstabholung bei ihm Zuhause.

„Auf jedem Typenschild sind Produkt- und Seriennummer hinterlegt. Es gibt so viele Serien, damit kann man ganze Romane schreiben“, erzählt Edinger. Das Angebot sei riesig, von Kleinteile für die Zahnbürste und Fernseher bis zu Kondensatoren oder Antriebsriemen für Plattenspieler werden die Kunden bei Edinger fündig. Wenn es ein Teil im Original nicht mehr gibt, schlägt die Homepage Teile im Nachbau vor, die zum Gerät passen. Hauptsächlich würden Kunden Teile für Kühlschränke und Kaffeemaschinen suchen, erklärt er.

Einfache Reparaturen statt Wegwerfen

Die Suchanfragen seien auch saisonabhängig. „Im Frühjahr bestellen zum Beispiel viele Hotels Geräte für Kühlschränke“, sagt Edinger.

Als besonderen Service schickt der Kehrbacher auf Anfrage auch Listen über die Zusammensetzung bestimmter Geräte als PDF zu. Auch einen eigenen Konfigurator für Kabel gibt es auf der Seite: „Man sucht sich aus, welchen Stecker man auf jeder Seite möchte, und die Seite schlägt vor, welche Auswahl es dazu gibt“, erklärt er.

Mit seiner Internetseite möchte Edinger auch dazu beitragen, dass weniger Geräte weggeschmissen werden: „Heute bemüht sich fast niemand mehr, etwas zu reparieren. Kaffeemaschienen landen bei Problemen auf dem Müll, wenn sich ein Drucker nach 50.000 Kopien abdreht, wird ein neuer für 30 Euro gekauft. Die Industrie arbeitet gegen das Reparieren.“

Positiv fällt ihm aber der Trend auf, dass es im Waldviertel immer wieder sogenannte „Repair Cafés“ gibt, in denen sich gleichgesinnte Hobbybastler treffen und kaputte Geräte reparieren.