Neues Euro-Toques-Mitglied: Kati und ihre Zuckerseiten. Mit der Aufnahme der Patissière Katrin Troll gibt es erstmals eine Backschule in den Reihen der Euro Toques Vereinigung. 35.000 Euro werden in neue Kursküche investiert.

Von Angelika Koll. Erstellt am 26. September 2020 (05:24)
Das neue Euro Toques Mitglied Katrin Troll mit ihrer Tochter Miriam.
Angelika Koll

Mit der Aufnahme in die Riege der Euro Toques erhält Katrin Troll eine hohe Auszeichnung, besonders da sie erst die vierte Patissière in diesen Reihen ist und die erste Backschule.

Eigentlich ist sie eher zufällig zu dem Beruf gekommen, erzählt Troll: „Ich habe früher immer gerne gebacken. Ich bin dann mit einer Freundin auf Kurse gefahren und bei mir ist es picken geblieben.“ Durch die Kurse hat sie sich hinaufgearbeitet und 2015 schließlich ihr Hobby zum Beruf gemacht und sich selbstständig gemacht. Das war der Start von „Katis Zuckerseiten“ und mittlerweile backt Troll zehn bis 15 Torten pro Woche, veranstaltet Kurse und betreibt einen Online-Shop mit Zutaten. Vorigen Herbst absolvierte sie zudem die Ausbildung zur diplomierten Patissière.

Katis Torten gibt es kein zweites Mal

Was der Zuckerbäckerin an dem Beruf so gefällt? „Es ist nie dasselbe. Es gibt keine Torte die ich eins zu eins nachbaue. Das Kreative ist das Spannende“, meint Troll. Mittlerweile bezeichnet sie sich selbst als „gut im Rennen“. In der Gegend gäbe es kaum Konkurrenz.

Katrin Troll ist eine der wenigen Frauen, die ihren Weg zu Euro Toques gefunden haben, was wieder eher zufällig passierte. So besuchte ihr Mann einen Kurs bei Patrick Zach in Hirschbach (Bezirk Gmünd), der bereits Mitglied der Vereinigung ist. Die Patissière kam selbst mit ihm ins Gespräch und wurde schließlich im August bei Euro Toques aufgenommen. Dabei handelt es sich um eine europaweite Vereinigung von Köchen, die sich auf regionale und naturbelassene Produkte verschrieben hat. Nur Produkte zu verwenden, deren Herkunft sie kennt, ist für Troll eine Selbstverständlichkeit.

Die Patissière arbeitet ausschließlich auf Bestellung und diese sollte am besten zwei bis drei Wochen im Vorhinein eintreffen. Troll bespricht dann mit den Kunden ihre Vorstellungen und zur gegebenen Zeit können die Torten abgeholt werden, oder sie werden geliefert. „Hochzeitstorten zum Beispiel baue ich erst vor Ort zusammen“, sagt Troll, deren Spezialität Motivtorten mit Fondant sind. Neben dem Sitz in Kleinpoppen besitzt Katis Zuckerseiten weiterhin einen Standort in Vitis direkt an der Hauptstraße, der zum Abholen oder für Lieferanten oft praktischer ist.

Eine der größten Herausforderungen bisher war ein originalgetreues Feuerwehrauto.
privat

Eine besondere Herausforderung war bisher der originalgetreue Nachbau eines Feuerwehrautos für eine Fahrzeugsegnung. „Die Torte hatte 16 Kilo“, sagt Troll. Bei der Segnung fand die Kreation schließlich so großen Anklang, dass die Stücke des Autos sogar versteigert wurden.

Herbstprogramm startet in der neuen Küche

Natürlich stand auch bei Katis Zuckerseiten durch Corona der Betrieb eineinhalb Wochen komplett still. Bis Juni gab es keine kirchlichen Feiern, doch seither kann sich Troll vor Aufträgen kaum retten. Auch die Kurse sind sehr beliebt, die Themen immer an die Jahreszeit angepasst. Für das Herbstprogramm freut sich Troll zudem, in die neue Kursküche umziehen zu können.

Da der Platz zu eng wurde, entschloss sich die Zuckerbäckerin für eine neue 40 Quadratmeter große Kursküche. Mit der Umsetzung begann man im August. Die Kosten betragen etwa 35.000 Euro. Eröffnet soll die neue Küche am 10. Oktober werden. Bei der Gelegenheit wird auch die Urkunde von Euro Toques überreicht.