Waldhausen

Erstellt am 11. März 2018, 05:00

von Maria Moll

50 Musiker bildeten imposantes Orchester. Das Symphonische Blasorchester der Regionalmusikschule verstand es wieder, das Publikum zu begeistern.

Lehrer, Schüler und ehemalige Schüler der Waldviertler Musikschulen mit ihren Gästen boten am Sonntag in Waldhausen ein viel bejubeltes Konzert. Mariella Käfer (6. v. r.), Bassklarinette und (weiter nach l.) Dirigent David Hojer, Musikschulleiter Alexander Kastner und Herbert Grulich leisteten besondere Beiträge.  |  Maria Moll

Das Symphonische Blasorchester der Regionalmusikschule Waldviertel-Mitte (SBO) spielte am Sonntag in der Mehrzweckhalle Waldhausen vor großem Publikum auf.

„So ein tolles Orchester zusammen zu bringen, is ka gmahde Wiesn“, wie Musikschulleiter Alexander Kastner feststellte. „Es braucht Musiker, die auf hohem Niveau und ohne Gage spielen.“ Kastners Bemühen um genügend Blechbläser und Schlagwerker, zusammen mit Herbert Grulich, der um Musiker der Holzregister warb, war von solchem Erfolg gekrönt, dass nahezu 50 Interpreten im Orchester musizierten.

Nach der Begrüßung durch Harald Hauer, der durch das Konzert führte, eröffnete das Ensemble unter der Leitung von David Hojer mit der „English Folk Song Suite“ von Ralph Vaughan Williams. Eine Mischung englischer Volkslieder, aufmunternd und wirbelnd, dann wieder sanft und melancholisch mit exotisch wirkenden Elementen.

David Hojer zum 5. Mal am Dirigentenpult

Hernach hatte Mariella Käfer, umfangreich gebildet an der Musikuniversität Wien und derzeit Instrumentallehrerin für Klarinette, Saxophon und Blockflöte, ihren besonderen Auftritt. In „Spotlights on the Bassclarinet“ von Jan Hadermann ließ sie vor dem bunten Klangteppich des Orchesters ihr Instrument wohlig „brummend“ bis hell und heiter klingen.

Nach der Pause ertönte die „Helios“-Ouvertüre von Carl Nielsen. Diese in Athen entstandene Ouvertüre, zu Neujahr das dänische Gegenstück zu unserem „Donauwalzer“, setzt den Tageslauf der Sonne in Musik um. Nielsen ist ein Landsmann des dänischen Dirigenten David Hojer, der seit 2009 sein Wissen als Ensembleleiter in der Musikschule Waldviertel-Mitte weitergibt und heuer bereits das fünfte Konzert des SBO leitete. Seine Frau Elisabeth stellte literarische Nachforschungen zu Komponisten und Programm für die Moderation zur Verfügung.

Nicht nur Pauke und Trommel, sondern auch recht ungewöhnliche Schlagwerke erzeugten Spannung in „Vesuvius“, einem Werk des US-amerikanischen Zeitgenossen Frank Ticheli. Und zum Schluss umschmeichelten in der Ouvertüre zur Operette „Eine Nacht in Venedig“ von Johann Strauß (Sohn) Wiener Klänge die Ohren der Zuhörer. Dichter Applaus bewegte die Mitwirkenden zu einer Zugabe – der „Festouvertüre“ von Hugo Ahlsen – und einer kleinen „Draufgabe“.