Zwettl

Erstellt am 04. Juli 2018, 15:30

von Maria Moll

Dem Stift Zwettl auf der Spur. Ab sofort können Besucher der Zwettler Sparkasse die Besonderheiten des Zisterzienserstiftes Zwettl erkunden. Es zählt zu den drittältesten Klöstern der Welt.

„Die Zisterzienser haben mit ihrem Wirken und ihrer Arbeit viele Regionen deutlich geprägt“, hielt Kulturstadträtin Andrea Wiesmüller am Donnerstagabend in ihrer Begrüßung zur Eröffnung der Ausstellung „Vielfalt in der Einheit“ im Foyer der Sparkasse Zwettl fest.

In der Schau wird ein grenzenübergreifendes, EU-gestütztes Projekt präsentiert, das von Ebrach im bayrischen Landkreis Bamberg seinen Ausgang nahm. Bayern leistet damit einen interessanten Beitrag zum Europäischen Kulturerbejahr 2018.

Landrat Johann Kalb aus dem Landkreis Bamberg dankte Zwettl, das sich seit Beginn des Projekts im Oktober 2017 aufgeschlossen zeigte. „Wir möchten gemeinsam mit den beteiligten Klöstern Morimond in Frankreich, Bamberg und Waldsassen in Deutschland, Plasy in Tschechien sowie Stift Rein in der Steiermark und Stift Zwettl das Europäische Kulturerbe-Siegel erwerben.“ Großes Traumziel für diese Klosterlandschaften ist in Folge der Weltkulturerbe-Titel. „Dafür müssen 15 Klöster mitmachen“, stellte er fest. 2019 ist der Antrag zu stellen, 2021 kann das Ziel erreicht werden.

Schautafeln informieren über Ort und Orden

Dass die Eröffnung in Zwettl die fünfte von sechs ist, erläuterte Projektleiterin Birgit Kastner, „ohne die das Ganze nicht möglich gewesen wäre“, wie Kalb betonte. Kastner war auch zuverlässige Ansprechpartnerin für Stiftsarchivar Andreas Gamerith und Stadtarchivarin Elisabeth Moll, die unter ziemlichem Zeitdruck die Fakten für Stift Zwettl zusammentrugen. Als sichtbaren Dank dafür gab es eine schriftliche „Kulturlandschaftsinventarisation der Klosterlandschaft Stift Zwettl“, im Stiftsarchiv zu verwahren.

„Diese Ausstellung ist an allen sechs Standorten ident bis auf jene Beiträge des jeweils örtlichen Klosters“, sagte Thomas Gunzelmann, Zuständiger für Denkmalpflege im Landkreis Bamberg. Die 21 Tafeln bieten zuerst allgemeine Informationen über den Orden und seine Bedeutung, immer in den drei Sprachen der beteiligten Staaten. Und sie präsentieren die Zisterzienser in ihren vielfältigen Tätigkeiten.
Abt Johannes Maria Szypulski bezeichnete den Kreuzgang des Stiftes als seine erste Liebe. „Stift Zwettl zählt zu den drittältesten Klöstern der Welt, das ohne Unterbrechung bis heute besteht. Es soll den Menschen als Heimat dienen“, sagte er und nahm die Eröffnung der Ausstellung vor.

Um die Zisterziensischen Klosterlandschaften in Mitteleuropa für alle Generationen erfahrbar zu machen, werden Wanderungen, Radtouren, Führungen und Vorträge angeboten. Die Ausstellung wird drei Wochen lang im Foyer der Sparkasse Zwettl präsentiert, anschließend im Kreuzgang des Stiftes, um dann eine Wanderung durch Schulen und öffentliche Gebäude anzutreten.