Landkarten des Lebens

Erstellt am 29. September 2010 | 00:00
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Atelierzeichnungen von Linde Waber sowie Werke von 19 Künstlerfreunden sind derzeit in der Galerie „blaugelbezwettl“ zu sehen.

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Landtagsabgeordneter Franz Mold (l.) eröffnete am Freitagabend die Ausstellung „atelierzeichnungen - linde waber und werke von künstlerfreunden“ in der Galerie blaugelbezwettl. Linde Waber (4. v. l., vorne) gewährte im Kunstgespräch mit Brigitta Höpler (hinter Waber) Einblicke in ihr künstlerisches Schaffen. Einige der ausstellenden Künstlerfreunde (v.r.): Martin Schrampf, hier mit Sohn Janek, Ernst Skrika, Sabine Müller-Funk, Peter Weber, Erich Steininger, Brigitte Kordina und Richard Künzl.MARIA MOLL
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VON MARIA MOLL

ZWETTL /Einige von Linde Wabers Atelierzeichnungen und je ein Werk von 19 Künstlerfreunden sind derzeit in der Galerie blaugelbezwettl zu sehen. Zur Vernissage am 24. September kamen fast alle teilnehmenden Künstler und viele, viele Kunstinteressierte.

„Linde Wabers Werke sind wie Landkarten ihres Lebens“ zitierte Landtagsabgeordneter Franz Mold den Dichter Rainer Pichler. „Als gebürtige Zwettlerin sind Sie heute mit Ihrer Kunst weltweit bekannt, geschätzt und international tätig“, zollte er Anerkennung. Die große Geburtstagsausstellung im Leopoldmuseum in Wien und diese Schau in Zwettl zeigten, dass Linde Waber ihre Wurzeln in Zwettl nicht vergessen hat. „Wir sind stolz darauf, wenn Zwettl der Mittelpunkt ihres Lebens bleibt“, bekannte Mold.

Im Kunstgespräch mit Linde Waber wünschte sich Brigitta Höpler ein verbales Pingpong-Spiel, um lange Sermone zur Kunstgeschichte zu vermeiden. In der Ausstellung sei Wabers Bewegung „von Zwettl nach Zwettl“ dokumentiert. Ganz frühe, weniger bunte Atelierzeichnungen galten Brigitte Kordina oder Franz Xaver Ölzant, mit denen Linde Waber eine Meisterklasse besuchte. Waber gestand: „Ich war anfangs nicht so selbstbewusst, hatte Angst vor der eigenen Courage, daher ging ich zu Menschen wie Erich Steininger, vor denen ich mich nicht genierte, wenn eine Zeichnung nicht so gelang.“ Wenn sie heute einen Künstler im Atelier besuche, kenne sie meist schon dessen Werk und seine Persönlichkeit. Trotzdem sei es spannend und verrate viel über die Qualität des Künstlers, wenn sie dann in seinem Atelier stehe, die Anordnung der Dinge sehe und das Umfeld gleichsam als missing link im Gesamteindruck fungiere. Durch ihre Atelierbesuche in aller Welt erfahre sie zeichnend und malend die Länder, sagte Linde Waber. Sie erzählte von ihren Erlebnissen in China, wo sie in den Ateliers von 26 Künstlern unter deren genauer Beobachtung arbeitete. „Wie Schauzeichnen, aber man gewöhnt sich daran.“ Und das muss wohl wirklich so sein, denn noch heuer reist sie nach Südafrika, um dort bei Künstlern zu zeichnen.

Die Ausstellung ist bis 17. 10., jeweils Fr, Sa und So von 14 bis 18 Uhr geöffnet.