Rekordernte im Bezirk Zwettl in Sicht

Erstellt am 02. Oktober 2022 | 04:52
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„Zwei weitere Wochen mit trockenem Wetter, und die Ernte 2022 im Bezirk Zwettl könnte in die Geschichte eingehen“, hofft Bezirksbauernkammer-Obmann Dietmar Hipp.
Foto: privat
„Jetzt brauchen wir noch einen klassischen Altweibersommer“, hofft Dietmar Hipp auf eine Rekordernte. Die Einnahmen daraus könnten Energie-Teuerungen abfedern.

In jenen Regionen des Bezirkes, in denen keine Erdäpfel oder Mais angebaut werden, und auch in den klassischen Hochlagen ist die Ernte für heuer nahezu abgeschlossen. In den Ackerbaugebieten aber wird noch jede trockene Minute genützt, um die Mais- und Erdäpfelernte des Jahres einzubringen. Der Boden sei durch den vielen Regen sehr feucht und würde die Ernte erschweren, so Bezirksbauernkammer-Obmann Dietmar Hipp.

„Die Qualität der Ernte heuer ist hervorragend“, freut er sich. Dennoch hat er Sorgen: „Wenn die Böden nicht abtrocknen können, fürchten wir, dass wir die jetzt noch verbliebenen Früchte auf den Feldern nicht mehr ernten können. Wir bräuchten jetzt noch zwei Wochen Altweibersommer.“ Die Speisekartoffeln seien ziemlich alle im Bezirk geerntet, Menge und Qualität seien hervorragend. Stärkeerdäpfel werden jetzt noch geerntet, dabei sei aber eine makellose Schale eher Nebensache, weil sie ja industriell verarbeitet werden.

Bestes Ergebnis an Qualität, doch Sorge um Herbstanbau

„Es war ein perfektes Jahr für die Ernte im Bezirk Zwettl und auch Teilen von Gmünd. Es herrschten optimale Wetterbedingungen, außer in kleinen Gebieten, in denen es gehagelt hat“, ist Hipp froh. Sowohl in der Bio-Landwirtschaft als auch im konventionellen Anbau hätte das Jahr zu perfekter Qualität und großen Erntemengen geführt. „Wenn der Herbst jetzt noch vom Wetter her passt, dann würde diese Ernte 2022 mit Rekorderträgen in die Geschichte eingehen“, lacht Hipp. Er ist sehr zufrieden, weil er weiß, dass mit den Preisen für die Ernte die Zwettler Bauern die Preisexplosion etwa bei Düngemitteln und Energie kompensieren könnten. Ob das im nächsten Jahr auch so sein wird, könne heute noch niemand erahnen.

Wichtig sei jetzt aufgrund der fortgeschrittenen Jahreszeit der Herbstanbau. Die nasse Erde würde diesen aber sehr verzögern, weil die Arbeit mit schweren Maschinen auf diesem Boden zu enormer Bodenverdichtung führt und großen Schaden am Boden anrichtet. „Wäre es nicht schon so spät im Jahr, würde das niemand von uns machen.“

Winterroggen und Weizen wie auch Triticale werden immer Ende September bis Mitte Oktober angebaut, in höheren Lagen etwas früher, weil da auch früher der Winter ins Land zieht. „Wir brauchen noch ein paar Tage trockenes Herbstwetter, um aussäen zu können“, hofft Hipp für die Bauern. Durch die Bodenfeuchtigkeit könnte das Getreide gut anwachsen und sich stark entwickelt, bevor Frost und Schnee kämen.

Für die Forstflächen sei das nasse Wetter natürlich ein Traum. „Besser kann man sich für den Wald den Herbst nicht wünschen. Es gibt kaum Schäden in unseren Wäldern durch Borkenkäfer“, weiß Hipp. Es gäbe eben immer zwei Seiten, auch in der Landwirtschaft: Fürs eine sei es günstig, fürs andere sei es halt schlechter.