Lichtpunkte

Erstellt am 22. Mai 2013 | 00:00
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Foto: NOEN, NÖN
mittels moderner LED-Technik funktionieren.

BEZIRK ZWETTL /  Ab 2015 sollte die gesamte Straßenbeleuchtung in Österreich auf energiesparende Lösungen umgestellt sein. Sogenannte Quecksilberdampf-Lampen werden ab diesem Zeitpunkt EU-weit verboten. Für die Gemeinden des Bezirkes stellt die Umrüstung eine hohe Investition dar. Langfristig gesehen sparen die Gemeinden aber Stromkosten. Startvorteil: Die Gemeinden werden vom Land mit 100 Euro je Lichtpunkt, das heißt je Beleuchtungskörper, gefördert.

Martinsberg ist im Bezirk der Vorreiter

Bei der NÖN-Recherche in allen Gemeinden des Bezirkes zeichneten sich ganz unterschiedliche Standpunkte zur Umrüstung auf LED-Lampen ab. Vorreiter in dieser Richtung ist die Gemeinde Martinsberg, wo Ort für Ort umgestellt wird. „Derzeit haben wir schon gut 50 % geschafft, bis 2015 sollten wir die Umrüstung abgeschlossen haben“, berichtete Amtsleiterin Anneliese Haslinger.

Mit der vollständigen Umrüstung hat im Vorjahr auch die Gemeinde Arbesbach begonnen. „In Purrath wurde bereits umgerüstet. Vor kurzem haben wir mit der EVN einen Lichtservicevertrag unterschrieben. Nun soll in Zusammenarbeit mit heimischen Gewerbebetrieben die Umstellung zügig erfolgen. Die Kosten dafür betragen rund 150.000 Euro und sind in fünf Jahresraten zu begleichen. Betroffen sind insgesamt 262 Lichtpunkte“, so Vizebürgermeisterin Veronika Stiedl.

Die Stadtgemeinde Groß Gerungs hat die Straßenbeleuchtung überhaupt an die EVN verkauft, die nun für die rund 1.000 Lichtpunkte verantwortlich ist. Die Gemeinde zahlt die Wartung und den Stromverbrauch. Auch die Stadtgemeinde Zwettl hat mit der EVN einen Lichtservicevertrag abgeschlossen und damit die Projektierung und Umsetzung von Neuanlagen sowie die Wartung und Instandhaltung der öffentlichen Beleuchtung (3.580 Lichtpunkte) ausgelagert.

Manche warten erst noch ab

An einem gemeinsamen Modell arbeiten die Gemeinden der Kleinregion ASTEG: Allentsteig hat bereits Leuchten besichtigt, in Echsenbach und Göpfritz wurden welche zur Probe installiert, in Schwarzenau werden die neuen Siedlungen bereits mit LED-Lampen ausgerüstet. Die Gemeinde Pölla ist ebenfalls in Wartestellung, hier werden derzeit zwei Lampen getestet.

In der Gemeinde Kottes-Purk läuft der vor zehn Jahren mit der EVN geschlossene Vertrag aus. Derzeit werden Überlegungen über die weitere Vorgangsweise angestellt. Die Gemeinde Langschlag hat den Ort Kasbach auf LED umgestellt, um eine Kostenübersicht zu bekommen und Erfahrungen zu sammeln. Ähnlich ist die Situation in Traunstein, wo vorerst einmal die Wachtsteingasse auf LED umgestellt wurde.

Eher noch in den Kinderschuhen stecken die Aktivitäten in den Gemeinden Altmelon, Bärnkopf, Grafenschlag, Gutenbrunn, Kirchschlag, Schönbach und Schweiggers. In diesen Gemeinden werden die kaputten bzw. alten Lampen so weit technisch möglich durch LED-Lampen ersetzt. In Großgöttfritz, Ottenschlag, Rappottenstein, Sallingberg und Waldhausen ist noch kein Projekt ausgereift. „Wir warten die Erfahrungswerte ab, verschließen uns der Umrüstung aber nicht“, so Bürgermeister Johann Hofbauer aus Großgöttfritz.

Worüber sich einige Gemeinden beklagten, ist die Tatsache, dass erst vor wenigen Jahren im Zuge der Kanalbauarbeiten die Ortsbeleuchtung erneuert wurde. „Die Bevölkerung würde es nicht gut heißen, wenn wir das Neue wieder erneuern“, hieß es unisono in den Gemeindestuben.

Die Umstellungskosten auf LED werden sich nach rund zehn Jahren amortisiert haben, wichtiger ist aber der langfristige Nutzen aufgrund von Kosten- und Energieersparnissen.