Lust auf‘s Naschen…

Erstellt am 24. November 2010 | 07:30
Lesezeit: 3 Min
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
zwe47zwettl-lebkuchenhäuser2-1sp
Foto: NOEN
AUSSTELLUNG ERÖFFNET / 41 Lebkuchenhäuschen, in 1000 Arbeitsstunden gefertigt, erwarten die Besucher.

zwe47zwettl-lebkuchenhäuser2-1sp
Peter Forstner bei der Arbeit.
Foto: NOEN

STIFT ZWETTL / Das Knusperhäuschen der Hexe, davor Hänsel und Gretel, ein winterlich geschmückter Prachtbau, dessen Vorbild in Phoenix, Arizona stand, eine kleine Mühle mit oberschlächtigem Wasserrad, gebaut nach Jugenderinnerungen ihres Schöpfers an die Sobot in der Steiermark - insgesamt 41 Häuschen unterschiedlicher Größe, in rund tausend Arbeitsstunden aus duftendem Lebkuchen gefertigt und bunt dekoriert, zeigen Peter Forstner und sein Team von der Taverne in der Orangerie des Stiftes Zwettl.

Am 16. November wurde die 16. Ausstellung insgesamt, die zweite in Stift Zwettl, feierlich eröffnet. Über frühere Aktivitäten dieser Art, die das Backteam in Engelhartszell gesetzt hatte, erzählte der Erste Präsident des oberösterreichischen Landtags Friedrich Bernhofer, der auch die gute Sitte lobte, die Kunstwerke nach der Ausstellung als Geschenk an soziale Einrichtungen zu geben.

„Ich möchte, dass im deutschsprachigen Raum wieder mehr Lebkuchenhäuschen gebaut werden, als das momentan der Fall ist“, wünschte sich Peter Forstner. „Deswegen habe ich den schwedischen Botschafter zur Eröffnung eingeladen, weil fast jede schwedische Familie diesen Brauch noch pflegt.“ Und seine Exzellenz Hans Lundborg, Botschafter des Königreichs Schweden, bestätigte, dass auch er und seine Gattin mit ihren Kindern und später den Enkeln immer wieder ein „pepparkakshus“ gestalteten.

Der Vorteig für die 41 Häuschen der Schau wurde bereits im Sommer zum Reifen angesetzt und dann nach Bedarf richtig gemischt. 15 Bauten entstanden nach alten Motiven, allen anderen liegen neue Entwürfe zugrunde. Und auch heuer „pickte“ sich der besondere Zuckerbäcker wieder einen Ort aus der Region heraus, den er mit einem Gebäude in der Schau präsentiert: Es ist Groß Gerungs mit dem alten Rathaus. Bürgermeister Maximilian Igelsböck erzählte über dessen wechselvolle Geschichte als Körnerkasten, Rathaus, Gemeindekotter und nunmehr Standesamt und Bücherei.

Bezirkshauptmann Michael Widermann, Schirmherr der Ausstellung, strich Aspekte der Freude mit den Lebkuchen heraus - optisch beim Betrachten der Kunstwerke und kulinarisch durch den Genuss des Backwerks. Er wünschte wieder viel Erfolg, waren doch im Vorjahr 8216 Besucher gekommen. Dem Abend verlieh die Familienmusik Zehetner mit Volksmusik adventliche Stimmung. Die Ausstellung ist bis 20. Dezember täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Erwachsene zahlen 2 Euro, Kinder bis 12 Jahren sind frei.