Plastik auf Feld: Bauer wehrt sich gegen Vorwurf. Bearbeitung erregt NÖN-Leser, Folie verrotet aber angeblich durch UV-Strahlung.

Von Markus Füxl. Erstellt am 23. Mai 2019 (04:50)
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Verärgerung über die Nutzung einer landwirtschaftlichen Fläche zwischen Kleingerungs und Haselberg im Gemeindegebiet Martinsberg herrscht bei einem NÖN-Leser.

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Über dieses Feld beschwerte sich ein NÖN-Leser. Auf dem Acker lagen Stücke von einer Plastik-Folie verstreut.

Er meldete sich in der Zwettler Redaktion und beschwerte sich über einen Bauern, der achtlos über sein Feld pflüge und dabei Folienstücke in den Boden einarbeite: „Der ganze Acker ist übersät mit kleinen Plastikfetzerln, die der Bauer mit seinem Kreisel zerfetzt“, lautet der Vorwurf des Melkers, der anonym bleiben möchte. Er fahre seit 25 Jahren die Strecke zwischen Martinsberg in Richtung Bad Traunstein. „Das Feld ist ein Schandfleck. Der Bauer zerstört den guten Ruf seiner Kollegen“, ist der Melker erzürnt. So würden die Plastikfetzen schlussendlich als Mikroplastik am Teller der Konsumenten landen.

Johannes Schindler bewirtschaftet das betreffende Feld. Er ist Geschäftsführender ÖVP-Gemeinderat in Martinsberg und vermutet politisches Kalkül hinter der Beschwerde: „Der Herr ist grün angehaucht.

„UV Strahlung zersetzt Folie von selbst!“

Den Vorwurf, dass er sein Feld schleißig bewirtschafte, will er nicht stehen lassen. So würde sich die Folie mittels UV-Strahlung von selbst zersetzen. „Deshalb kann auf meinem Feld kein Plastik oder Mikroplastik in die Pflanzen kommen“, sagt Schindler.

Gerade weil er „nicht einfach mit der Chemie-Spritze“ über das Feld fahre, sondern die Fläche mit dem Hackgerät bearbeite, bleiben immer wieder Folienstücke auf dem Feld. „Dass das manchen nicht gefällt, sehe ich ein. Ich bin aber nicht einer, der die Natur nieder arbeitet. Ich setze auf Bio-Diversitätsflächen“, verteidigt sich Schindler.

Mittlerweile sei das Feld auch wieder „Schnipsel-frei“, erklärt der Gemeinderat.