Medizin und Genuss

Erstellt am 24. Juli 2013 | 00:00
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Gute Ernte /  Waldland zählt mit seinen 800 Mitgliedslandwirten zu den größten Produzenten und Exporteuren. 80 Tonnen Schnittlauchröllchen werden heuer exportiert.

BEZIRK ZWETTL / Bis zu 40 verschiedene landwirtschaftliche Spezialkulturen werden vom Waldviertler Sonderkulturenverein jährlich angebaut und vermarktet. Mit 1500 Hektar ist die Mariendistel eine der wichtigsten Sonderkulturen.

Bemerkenswert ist, dass im gesamten Waldviertel Sonderkulturen für Waldland angebaut werden. Die rund 800 Mitgliedslandwirte liefern die Ernte in die Verarbeitungsanlagen am Waldlandhof. Dort erfolgt die spezifische, mit dem Abnehmer vereinbarte Aufbereitung.

Gute Entwicklung bei den Sonderkulturen 

Hoch im Kurs steht die Mariendistel. Sie liefert Wirkstoffe für Leberarzneimittel. Die Bestände, die sich gerade in schönster Blüte präsentieren, zeigen eine gute Entwicklung und lassen entsprechende Erträge erwarten. Punktuell muss man voraussichtlich jedoch mit schlechteren Ernten rechnen.

Besonders prächtig zeigt sich in diesen Tagen auch die Mohnblüte. Gerade der Raum Zwettl, Rudmanns, Friedersbach, Kleinschönau, Gutenbrunn etc. macht mit roten und weißen Blütenteppichen auf sich aufmerksam. „Von den rund 700 Hektar Mohn, wird man leider bei zahlreichen Flächen mit Mindererträgen rechnen müssen, weil das kalte und zum Teil auch sehr nasse Frühjahr das Wachstum stark unterdrückt hat“, meint Hannelore Zinner vom Waldland.

Hingegen ist man in der Gegend um das Mohndorf Armschlag und den Mohnhof in Haiden mit der Entwicklung des Mohns sehr zufrieden. Das Wachstum ist zwar etwas verzögert, aber der Mohn steht sehr dicht.

Die ersten Ernten bei den Tee- und Gewürzkräutern sind sehr zufriedenstellend. Besonders erfreulich sind die Mengen und Qualitäten bei Schnittlauchröllchen. Hier kann der Markt laufend mit frisch getrockneter Ware versorgt werden. Rund 80.000 kg Trockenschnittlauchröllchen bester Qualität werden voraussichtlich auch heuer wieder exportiert werden können.

Blütenpollen sind wichtige Rohstoffe für Prostatamedikamente. Hier sind die Pollen von Roggen, Thimotegras und Mais von Bedeutung. Rund 400 Hektar Pflanzen wurden gemäht und am Waldlandhof verarbeitet. Die Maisfahnenernte wird diese Woche beginnen.

Die Verarbeitung der Sonderkulturen erfolgt nach vorgegebenen Produktionsrichtlinien. Zusätzlich hat der biologische Anbau eine Bedeutung, da gerade im Tee- und Gewürzbereich große Nachfrage herrscht. Viele weitere Sonderkulturen befinden sich für bestimmte Abnehmer im Exklusivanbau. Eine besondere Auszeichnung für Waldland, da hier die „Hohe Schule“ des Pflanzenbaues mit Erfolg gemeistert wird.

Elefantengras dient  als Heizmaterial

Entlang der Landesstraße zwischen Wegscheid am Kamp und Tiefenbach liegen einige Felder mit seltsamen Bewuchs. Es handelt sich dabei um Elefantengras (Chinaschilf). Das sind sehr schnellwüchsige und winterharte Gräser, die bis Februar auf den Feldern stehen, dann gehäkselt werden und zum Verheizen also als erneuerbare Energie Verwendung finden.