Mit Zahlungen im Verzug: Streit um Wirtshaus. Nach den Lockdowns kam die Familie Weissmann mit den Zahlungen für das gepachtete Café Puls in Franzen in Verzug. Am Gemeindeamt soll es zu lautstarken Streitigkeiten gekommen sein, die Kündigung des Pachtvertrags stand im Raum. FPÖ griff jetzt mit Darlehen unter die Arme.

Von Markus Füxl. Erstellt am 03. Mai 2021 (14:48)
Die Wirtefamilie vom Café Puls in Franzen mit Renate, Sabrina und Josef Weissmann kam bei ihren Zahlungen in Verzug. FPÖ-Klubobmann Udo Landbauer und FPÖ-Landesrat Gottfried Waldhäusl halfen mit einem Darlehen.
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Wenige Tage vor der Öffnung der Wirtshäuser brodelt es in der Gemeinde Pölla ausgerechnet wegen eines solchen: Familie Weissmann, die das Café Puls von der Gemeinde gepachtet hat, kam mit ihren Zahlungen in Rückstand. Seit über einem Jahrzehnt ist Renate Weißmann Pächterin des Gastrobetriebs, ihr Mann Josef ist zu 80 Prozent erwerbsunfähig, dem Pensionsantrag wurde erst kürzlich stattgegeben. Die Tochter der Wirtin – eine Alleinerzieherin von 14-jährigen Zwillingen und eines dreijährigen Kindes - hilft im Betrieb mit.

Nach den Betriebsschließungen wegen der Coronapandemie geriet die Familie mit knapp 3.000 Euro in Rückstand. Der Traum vom eigenen Wirtshaus wurde „zum Alptraum“, sagt FPÖ-Landesrat Gottfried Waldhäusl, der die Familie jetzt mit einem Darlehen unterstützt.  „Prompt stand die Kündigung des Pachtvertrags durch die Gemeinde im Raum, die Existenz von drei Generationen stand am Spiel.“

"Die Landes-ÖVP soll ihre Ortskaiser in den Griff bekommen! Mitten in diesem Corona-Wahnsinn einem fleißigen Wirten und seiner Familie den Vertrag kündigen zu wollen, ist das Allerletzte“, legt FPÖ-Klubobmann Udo Landbauer nach.

ÖVP-Bürgermeister: "Hat schon immer gezwickt."

ÖVP-Bürgermeister Günther Kröpfl sagt zu den Vorwürfen, dass es bereits im Vorfeld immer wieder Probleme mit der Familie gegeben habe: „Bei der Bewirtung hat es in den letzten Jahren immer wieder gezwickt. 80 Prozent der Bevölkerung wollen nicht ins Wirtshaus gehen, weil sie sich nicht gut betreut fühlen.“ Auch die kulinarische Betreuung und Belieferung für das benachbarte Jugendgästehaus habe laut Kröpfl nicht funktioniert.

Eine Aussprache am Gemeindeamt zur finanziellen Situation scheiterte: „Wenn dann Sätze fallen wie ‚zahlts, oder schleichts euch‘, finde ich das nicht in Ordnung“, sagt Josef Weissmann. Die Gemeinde stellte letztlich ein Ultimatum: „Wir wollen ja, dass sie aus der Negativspirale rauskommen. Wir haben gesagt, dass wir sämtliche Mietrückstände erlassen. Dafür müssen sie aber in 14 Tagen aus dem Haus sein“, erklärt Kröpfl. Einen möglichen Nachmieter gibt es nicht.

Die Weissmanns stimmten nicht zu: „Wir wollen weiter das Gasthaus betreiben. Dass wir dem Bürgermeister schriftlich und mündlich zugesichert haben, dass wir unsere Schulden begleichen werden, ist ihm egal.“

Wirtepaar: „Corona-Hilfen kommen nicht an.“

Corona-Finanzhilfen für die verzwickte Lage blieben laut dem Wirtepaar seit heuer aus: „Wir telefonieren dreimal in der Woche mit unserem Steuerberater. Wir wissen nicht, wo das Geld feststeckt.“ Ausgekocht haben die Weissmanns während der Lockdowns nicht, weil die Nachfrage fehle. Das lässt Kröpfl nicht gelten: „In Altpölla und Wegscheid funktionierts, die Wirte sind zufrieden.“

Dass die Bevölkerung mit dem Wirtepaar unzufrieden sei, glaubt Weissmann nicht: „Ich habe noch keine Beschwerden gehört. Auch unter dem vorigen Bürgermeister hatte ich keine Probleme.“ Diese hätten erst mit Kröpfl begonnen: „Er ist beim Bundesheer tätig und deshalb einfach nicht gewohnt, wenn man ihm die Meinung sagt", sagt Weissmann.