Erstellt am 11. Juli 2018, 03:10

von Markus Füxl

Mit Glatze auf Leinwand. Für eine Verfilmung von „Narziß und Goldmund“ ließen sich in Stift Zwettl Burschen und Männer casten. Wer beim Dreh Haare lässt, hatte besonders gute Chancen.

Der Wiener Christopher Heinz sowie Christoph und Noah Kaufmann aus Kirchberg am Walde nahmen mit vielen weiteren Bewerbern an einem Casting in Stift Zwettl für den neuen Film von Stefan Ruzowitzky teil. Wenn sie Glück haben, werden sie bei der Verfilmung von „Narziss und Goldmund“ im Sommer als Mönche verkleidet vor der Kamera stehen.  |  Markus Füxl

Für seinen neuen Film suchte der Oscar-Regisseur Stefan Ruzowitzky am 6. und 7. Juli Komparsen im Stift Zwettl. Dort dreht er im Sommer für die Verfilmung von Hermann Hesses „Narziß und Goldmund“.

Gesucht waren etwa 90 Burschen und Männer, die im Film vorwiegend Mönche darstellen. Im Unterschied zu anderen deutschsprachigen Filmproduktionen seien die Komparsen im fertigen Film klar erkennbar, versprach Christoph Bittenauer von der Agentur „Austrocast“. „Wir wollen auch das Leben der Mönche darstellen und wie sie damals gelebt haben“, so Bittenauer.

Als Gage gibt es 30 bis 60 Euro pro Drehtag, 150 Euro für größere Nebenrollen mit etwas Text. Wer bereit ist, sich eine Tonsur, wie die klassische Frisur der Mönche genannt wird, zu rasieren, bekommt nochmals einen kleinen finanziellen Aufschlag. Gedreht wird zwischen 16. August und 7. September.

Zuvor mussten sich die Castingteilnehmer in Stift Zwettl von vorne und der Seite fotografieren lassen. In einem Merkblatt wurden Details zu Körpergröße, Gewicht, etc. festgehalten. Auch wer nur einige Tage für den Dreh Zeit hat, konnte das vermerken.

Für die gecasteten Kinder und Jugendlichen sei es kein Problem, wenn sie unter der Schulzeit zum Dreh kommen wollen, so Bittenauer: „Notfalls gibt es eine offizielle Entschuldigung für die Schule von Stefan Ruzowitzky persönlich“, sagte er lachend.

„Ich war in einer Büroszene kurz mit Akten in der Hand zu sehen.“Christoph Kaufmann

Neben Kandidaten, die zum ersten Mal an einem solchen Casting teilnehmen, fand die NÖN auch einige „alte Hasen“, so etwa Christoph Kaufmann aus Kirchberg am Walde. Er spielte bereits bei einem Tatort mit. „Ich war in einer Büroszene kurz mit Akten in der Hand zu sehen.“

In Stift Zwettl hatte er diesmal auch seinen Sohn Noah mit dabei. Er hatte damals sein Glück beim Casting von „Nebel im August“ versucht, das ebenfalls zum Teil im Bezirk Zwettl gedreht wurde.

Einen klaren Vorteil beim Casting für „Narziß und Goldmund“ hatten die Bewerber, die „Mut zur Glatze“ beweisen: „Wer bereit ist, sich für die Nebenrolle die Haare zu einer Tonsur zu rasieren, den nehmen wir eigentlich fix auf“, so Bittenauer.

Alle Teilnehmer erhalten in den nächsten zwei bis drei Wochen von der Casting-Agentur Bescheid, ob sie im Sommer als Mönche vor der Kamera stehen werden.

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