Kastner plant Millionenprojekt in Zwettl

Erstellt am 31. Jänner 2021 | 12:28
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Trotz Umsatzrückgang gestärkt in die Zukunft: Christof Kastner plant ein Millionenprojekt in Zwettl.
Foto: KASTNER/studiohuger.at
Kastner Gruppe investiert trotz Umsatzminus 2020 von 9,3 Prozent insgesamt über zehn Millionen in Erweiterung in Zwettl.

2020 war auch ein Ausnahmejahr für die Kastner Gruppe: Zeichnete sich das Unternehmen in den vergangenen Jahren mit teilweise zweistelligen Zuwachsraten bei den Umsätzen aus, gingen die Zahlen im Coronajahr um 9,3 Prozent auf insgesamt 225 Millionen Euro zurück. Damit steht man beim Gesamtumsatz bei einem ähnlichen Ergebnis wie 2018.

Trotzdem will Geschäftsführer Christof Kastner in naher Zukunft kräftig investieren. So plant er eine Erweiterung der Firmenzentrale, insgesamt will man über zehn Millionen Euro investieren. Dazu wurde im Bereich der ehemaligen Molkerei ein Areal mit 10.000 Quadratmetern angekauft. Dort sollen weitere Hallen entstehen, Details möchte Kastner noch nicht verraten. Der Grund für die Expansion ist aber klar: „Wir platzen aus allen Nähten“, heißt es seitens der Unternehmensgruppe. Die Fläche soll teilweise zunächst auch als Parkplatz genutzt werden.

Darüber hinaus werden Lagerflächen aus dem 2. Obergeschoß vom Firmenstandort auf das neue Areal verlegt. Die so gewonnenen Räumlichkeiten sollen zu Büros umgebaut werden, insgesamt handelt es sich um eine Fläche von 500 Quadratmetern. Dazu investiert Kastner rund eine Million Euro. Die entsprechenden Vergaben laufen bereits, die Bauarbeiten sollen noch heuer im Sommer starten, heißt es auf NÖN-Nachfrage.

Eine weitere große Investitionsoffensive in der Höhe von mehreren Millionen Euro ist für 2021 an den Standorten Wien Nord und Wien Süd geplant. „Kunden können sich auf ein neues Abholmarkt-Konzept freuen und die Kapazitäten im Bereich der Gastronomiezustellung werden stark ausgeweitet“, sagt Kastner.

Minus 25 Prozent bei Abholmärkte und Gastro

Insgesamt war für den Waldviertler Multifachgroßhändler 2020 ein Jahr der Widersprüche: Während der Nah&Frisch Großhandel, Kastner Stop+Shop und der Bio-Großhandel Biogast um 12 Prozent und der Einzelhandel inklusive des Onlineshops myProduct.at um 18 Prozent wuchsen, ging der Umsatz in den Abholmärkten und dem Gastrodienst um 25 Prozent zurück. „Wir sind seit den 60er Jahren gewachsen und sind damit sehr erfolgsverwöhnt. 2020 war für uns eine wesentliche Zäsur. Corona ist auch an uns nicht spurlos vorübergegangen“, fasst Kastner das turbulente Jahr zusammen.

Aktuell sind bei der Kastner Gruppe 254 Mitarbeiter in Kurzarbeit. Zur Hochphase der Pandemie befanden sich im Vorjahr rund 400 der insgesamt 900 Kastner-Mitarbeiter in Kurzarbeit. Betriebsbedingte Kündigungen gab es laut Christof Kastner im Coronajahr 2020 aber keine.

2020 eröffnete Kastner acht neue Nah&Frisch-Standorte, weitere 13 Nah&Frisch-Geschäfte wurden übergeben. Darüber hinaus wurden insgesamt 26 Ladenbau-Projekte und Regaloptimierungen umgesetzt. Ein einheitliches Imbiss- und Kaffeekonzept „Mei Eck“ wurde in zehn Märkten umgesetzt und soll einheitlich ausgerollt werden. Darüber hinaus wurden erstmals virtuelle Messen veranstaltet.

Online österreichweit die Nummer Drei

Mit der Pandemie verlagert sich das Leben zunehmend in die digitale Welt – ein Trend, der auch bei Kastner beobachtbar war: Der Onlineshop myProduct.at, an dem die Kastner Gruppe zu 60 Prozent beteiligt ist, steigerte ihren Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um ein Vierfaches. Mittlerweile zählt man laut Studie des Statista Research Department zu den beliebtesten Onlineshops für Lebensmittel in Österreich. myProduct.at belegte als Onlineshop ohne Ladengeschäft den dritten Platz im österreichischen E-Commerce.

Mit dem Partner erdbeerwoche.at entwickelte myProduct.at einen neuen Online Shop für nachhaltige Frauenhygiene-Artikel, dessen operative Abwicklung zur Gänze übernommen wurde. Was der beliebteste Artikel im Onlineshop 2020 war? „Eindeutig Mehl, das haben wir sattelzugweise verschickt“, erklärt Rainer Neuwirth von myProduct.at.