Keine Messen und Begräbnisse. Pfarrmoderator musste abreisen, kein Ersatz für Messen in Ottenschlag. Trauergemeinde ist verärgert.

Von Markus Füxl. Erstellt am 03. März 2021 (04:22)
Eine Trauergemeinde wollte für ein Begräbnis auch in die Kirche Ottenschlag. Die war aber zumindest kurzfristig gesperrt.
Holzer

Andrea Fuchs ist sauer. Nachdem ihre Mutter nach einer Coronaerkrankung am 11. Februar verstorben war, wollte sie ein kirchliches Begräbnis in Ottenschlag organisieren. Das Problem: Die Kirche war für Messen und Begräbnisse gesperrt.

„In jeder Gemeinde kann man ein Begräbnis machen, nur nicht bei uns“, sagt Fuchs. Nach einem dringenden familiären Notfall musste Pfarrmoderator Andreas Hofmann nach Deutschland abreisen. Ein Ersatz wurde kurzfristig nicht gefunden.

Ansteckungen in der Kirche

Hofmann verweist in diesem Zusammenhang auf eine Christbaumaktion in der Kirche Anfang Februar, bei der sich zumindest mehrere Besucher mit Corona angesteckt haben: „Man muss verstehen: Der Virus wurde in der Kirche übertragen. Das hat für große Unruhe gesorgt“, verteidigt er das kurzzeitige Aussetzen der Messen.

Diözese: „Verantwortliche Entscheidung."

Auf Nachfrage bei der Diözese St. Pölten heißt es dort: „Nachdem Anfang Februar die Erkrankung eines Gemeindemitgliedes bekannt wurde, wurde die verantwortliche Entscheidung getroffen, sämtliche Gottesdienste auszusetzen. Das Infektionsgeschehen stand in keinem Zusammenhang mit gottesdienstlichen Feiern. Nach Rücksprache wurden sämtliche gesundheitsbehördlichen Wege und Vorgaben nach Bekanntwerden der Infektion eingehalten.“

Für ihre Mutter organisierte Fuchs einen Geistlichen aus einer benachbarten Gemeinde, das Begräbnis fand ausschließlich am Friedhof in Ottenschlag statt. Mittlerweile ist Pfarrmoderator Hofmann wieder zurück in der Pfarre, betont die Diözese St. Pölten.