Patient erschoss sich im Krankenzimmer

Erstellt am 26. Juni 2013 | 00:00
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Verzweiflungstat / 74-Jähriger zückte nach harmlosem Eingriff im Knie die mitgebrachte Pistole und drückte ab.

ZWETTL / Eine schreckliche Tragödie spielte sich Ende der Vorwoche im Landesklinikum Zwettl ab: Ein Patient griff – vor den Augen seiner Zimmergenossen – im Krankenzimmer zur Pistole und erschoss sich in seinem Bett.

Einen ungewöhnlichen Ort wählte der 74-jährige Pensionist aus Krems, um seinem Leben ein Ende zu setzen. Der Mann, der sich wegen einer Arthroskopie im Knie (Gelenksspiegelung), einem an und für sich unkomplizierten Eingriff, in Spitalsbehandlung begeben hatte, wurde am Donnerstag, dem 20. Juni, erfolgreich behandelt. Er befand sich bereits wieder auf seinem Zimmer in der Station „Chirurgie II“, als er gegen 21 Uhr begann, in seinem Nachtkästchen zu kramen, seine mitgebrachte Pistole hervorholte und abdrückte – vor den Augen seiner beiden Zimmergenossen, die die Tat aber nicht mehr verhindern konnten. Der 74-Jährige war auf der Stelle tot.

Nicht nur die Augenzeugen waren nach dem Vorfall zutiefst geschockt, im gesamten Krankenhaus herrschte Entsetzen über diesen spektakulären Selbstmord. Warum der Patient überhaupt eine Waffe mit ins Spital brachte und was die Gründe für diese Verzweiflungstat waren, darüber lässt sich nur spekulieren.

Seitens der Klinikleitung kann man „aus Datenschutz- und rechtlichen Gründen sowie nach Absprache mit den Angehörigen und zu deren Schutz“ nichts zu diesem tragischen Vorfall sagen, wie der ärztliche Leiter Dozent Manfred Weissinger auf Anfrage der NÖN mitteilte. „Die Zimmerkollegen wurden von einem Kriseninterventionsteam psychologisch betreut.“

Auch die Polizei hüllt sich in Schweigen, gibt keine Details über den Suizid bekannt.