Wasserleitung und Glasfaser in Bau. Die Hausbrunnen sind in der Pölla-Katastralgemeinde Wegscheid trocken, daher errichtet gegründete Genossenschaft neue Wasserleitung. Gemeinde verlegt Glasfaser mit.

Von Karin Pollak. Erstellt am 18. September 2020 (04:51)
In Wegscheid wird derzeit eine neue Wasserleitung errichtet und dabei auch gleich Glasfaser verlegt. Im Bild: Gemeinderat Manfred Brunner, Bürgermeister Günther Kröpfl, Gemeinderat Robert Popp und Wasser-Genossenschaftsobmann Christian Ganser.
NÖN

Die Katastralgemeinde Wegscheid bekommt eine Wasserleitung, damit sollen die Probleme mit den trockenen Hausbrunnen der letzten Jahre ausgeräumt werden. Die Gemeinde Pölla verlegt auch gleich die Glasfaserleitungen mit. Investiert wird rund eine Million Euro.

Für die neue Wasserleitung ist die neu gegründete Wassergenossenschaft um Obmann Christian Ganser zuständig. „In den letzten Jahren hat es immer wieder Engpässe beim Trinkwasser gegeben. Im Vorjahr haben wir die Genossenschaft gegründet“, betont Ganser. Der Genossenschaft gehören 31 Mitglieder an. Diese finanzieren auch den Wasserleitungsbau. „Die Kosten werden sich auf rund 660.000 Euro belaufen. Wir rechnen dabei auch mit Förderungen von Bund und Land über rund 340.000 Euro“, zeigt Ganser auf.

Mittlerweile ist das Projekt schon in der Umsetzungsphase. Den Auftrag erhielt die Firma Leithäusl aus Krems, die mit modernsten Geräten Längsbohrungen beim Kamp, bei einem Bach und bei der B 32 auf einer Länge von fast 200 Metern vornimmt. „Durch das neue Bohrsystem gibt es viel weniger Grabungsarbeiten, damit werden die erforderlichen Verkehrsbehinderungen so kurz wie nur möglich gehalten“, informiert Ganser, der mit der Fertigstellung der neuen Wasserleitung im November rechnet: „Wenn Corona nicht dazwischenfunkt.“

Trinkwasser wird von der Gemeinde gekauft

Das Trinkwasser für Wegscheid kommt dann aus Altpölla. „Hier gibt es eine Gemeindeversorgung und ausreichend Wasser. Die Genossenschaft Wegscheid kauft also der Gemeinde das Trinkwasser ab“, zeigt Bürgermeister Günther Kröpfl auf.

Im Rahmen des Wasserleitungsbaues werden die LWL-Leerverrohrungen mitverlegt. „Der Anschluss an die interessierten Anrainer erfolgt dann auch gleich. Wegscheid ist somit die letzte Katastralgemeinde, die das Breitbandinternet über die Kleinregion ASTEG erhält“, weiß der Bürgermeister. Für die interessierten Wegscheider würden acht Internetanbieter bereitstehen. „Jene, die bereits ihren Breitbandanschluss fixiert haben, kostet der Anschluss 200 Euro. Jene, die die Glasfaser bis zum Haus haben wollen, zahlen 600 Euro. Sollte sich noch jemand kurzfristig für einen Anschluss entscheiden, gibt es diesen um 400 Euro.“

Die Gemeinde Pölla investiert für das geförderte ASTEG-Projekt rund 400.000 Euro, die laut Kröpfl aus dem Leitungsnetz refinanziert werden sollen. „Vor 25 Jahren haben wir in Wegscheid den Kanal verlegt, damals wollte niemand eine Wasserleitung. Die Zeiten haben sich aber geändert“, meint Kröpfl, der so wie Genossenschaftsobmann Ganser das gute Einvernehmen mit der Bevölkerung von Wegscheid hervorhebt. „Das Leitungsnetz ist rund drei Kilometer lang und dort, wo ein privates Grundstück durchgegraben werden muss, gibt es keinerlei Probleme.“

Für Christian Ganser, der auch als Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Wegscheid fungiert, ist es besonders erfreulich, dass die Gemeinde die Kosten für drei Hydranten übernimmt. „Wir haben zwar den Kamp zur Löschwasserversorgung, aber mit den drei Hydranten kommen wir viel schneller zum Löschwasser.“