Projekt zu Fall gebracht

Erstellt am 18. März 2014 | 23:59
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Aus für Betreuungseinrichtung / Einige Bewohner von Scheib standen den Plänen des Vereins „Neue Wege“ mehr als kritisch gegenüber. Jetzt sind diese Pläne Geschichte…
Von Brigitte Lassmann-Moser

KIRCHSCHLAG / Zu Fall gebracht haben – angeblich besorgte – Anrainer ein geplantes Sozialprojekt in Scheib. Seitens der Gemeinde wird das bedauert, ging es dabei doch auch um etliche Arbeitsplätze.

Der Verein „Neue Wege“, der hauptsächlich in Oberösterreich agiert, wollte mit Unterstützung des Landes NÖ im ehemaligen Gasthaus Jakwerth in der Katastralgemeinde Scheib eine Betreuungseinrichtung für sechs Personen, die psychosoziale Unterstützung benötigen, eröffnen. Für die Betreuung wären nicht nur acht Mitarbeiter vorgesehen gewesen, zusätzlich sollten drei bis vier Hilfskräfte eingestellt werden.

Gerüchte sorgten für Verunsicherung

Das aber war einigen Bewohner von Scheib ein „Dorn im Auge“. Nicht nur, dass Gerüchte gestreut wurden, dass es sich bei den künftigen Bewohnern um Drogenabhängige und gefährliche Rechtsbrecher handle, um die Ängste der Bevölkerung zu schüren, fuhr ein Anrainer gleich bei der ersten Bauverhandlung mit Rechtsanwälten und Sachverständigen auf.

„Die haben alles beeinsprucht, was möglich war“, erzählt Bürgermeister Johann Stieger auf Anfrage der NÖN. Angeblich, so hört man, wollte man dieses Projekt entweder komplett verhindern oder zumindest sehr lange verzögern. Wenige Tage nach der Bauverhandlung wurde das ehemalige Gasthaus kurzerhand vom Sohn eines Anrainers erworben – damit ist das Projekt jetzt endgültig gestorben.

„Beschämend!“, so ein Kirchschläger

„Ich finde das schade“, meint Bürgermeister Stieger, „immerhin wären es für die Gemeinde auch ein paar Arbeitsplätze gewesen“. Ein anderer Bewohner von Kirchschlag drückt es drastischer aus: „Das ist beschämend!“

In der Nachbargemeinde Ottenschlag gibt es eine derartige Betreuungseinrichtung des Vereins „Neue Wege“ übrigens seit gut einem Jahr. Der Ankauf eines geeigneten Objektes durch den Verein ging hier relativ unbemerkt über die Bühne. Nun leben vier Jugendliche mit unterschiedlichen Erkrankungen in diesem Haus – und das ohne Probleme, wie Bürgermeisterin Christa Jager berichtet. „Es gibt keinerlei Beschwerden seitens der Anrainer“, so Jager. Im Gegenteil: „Sie sind alle sehr nett und bringen sich ein, wo es ihnen nur möglich ist“, meint die Bürgermeisterin. „Die Leitung von ,Neue Wege‘ ist sehr um ein gutes Einvernehmen mit der Gemeinde und den örtlichen Vereinen bemüht!“