Konzert im Stift Zwettl: Jubiläen bedacht. Alexander Kastner widmete das Konzert in der Zwettler Stiftskirche seiner Mutter. Auch Orgeljubiläum wurde bedacht.

Von Maria Moll. Erstellt am 24. September 2020 (04:14)
Trompeter Alexander Kastner, Leiter der Regionalmusikschule Waldviertel-Mitte, Sopranistin Martina Daxböck und Stiftskapellmeister Marco Paolacci (v. l.) schenkten ihren Zuhörern in der Kirche des Stiftes Zwettl ein schönes, besinnliches Konzert.
Maria Moll

Aufmerksam, fast andächtig und doch mit Gelassenheit verfolgten am Sonntagabend die Zuhörer das „Herbstkonzert“ in der Stiftskirche Zwettl, wenngleich Orange auf der Corona-Ampel einige Einschränkungen aufzwang. „Da schätze ich es noch viel mehr, das Herbstkonzert mit Ihnen zu zelebrieren, denn ohne Zuhörer wäre das nur eine Probe“, merkte Alexander Kastner in seiner Begrüßung an. „Ich möchte das Konzert meiner Mutter widmen, die auch anwesend ist. Sie feiert demnächst einen besonderen runden Geburtstag. Vor Kurzem habe ich eine Trompete ihres Jahrgangs – 1940 – in Paris erstanden.“

Besinnlich der Beginn des Konzerts mit einer „Meditation in d“, wo sich gleich alle drei Interpreten einbrachten. Alexander Kastner auf der Trompete, Martina Daxböck mit ihrem klaren Sopran und Marco Paolacci auf der Egedacher Orgel und mit festlicher Tonmalerei seiner Stimme. Alles ohne Mikrofon und ohne Verstärker. Marco Paolacci und Alexander Kastner sind den Lesern gut bekannt. Die Niederösterreicherin Martina Daxböck erhielt ihren ersten Gesangsunterricht am Konservatorium für Kirchenmusik in St. Pölten und studierte Gesangspädagogik an der Universität Wien. Sie nahm an mehreren Meisterkursen teil, wirkt solistisch und in Chören und arbeitet als Gesangspädagogin.

Werke aus Zeit der Entstehung der Orgel

Weil die „Egedacherin“ schon bald ihr 300-jähriges Bestandsjubiläum feiert, waren im Programm mehrere Stücke, die aus der Mitte des 18. Jahrhunderts stammen, dem Entstehungszeitraum der Orgel. Werke von Johann Sebastian Bach wie aus der Kantate „Jauchzet Gott in allen Landen“, einer Solokantate für Sopran, die Jubel und Lobpreis Gottes ausdrückt. Populär, weil eine der berühmtesten Arien von Georg Friedrich Händel, das melancholische Klagelied „Lascia ch´io pianga“ aus der Oper „Rinaldo“.

Purer Trompetenklang ertönte mit „Sound the trumpet“ von Henry Purcell. Fröhlich, gleichsam zufrieden und wohlklingend die „Gemeinschaftsproduktion“ der drei Künstler im Choral und neun Variationen über den Choral „Was Gott tut, das ist wohlgetan“ von Johann Pachelbel. Dazu Zeitgenössisches von Philipp Gutmann und Arvo Pärt und einiges mehr.

Stiftskapellmeister und Stiftsorganist Marco Paolacci freute sich über die zahlreichen Zuhörer und hoffte, „das nächste Mal das ganze Gesicht zu sehen“. Er dankte allen Unterstützern und Helfern. Es gab eine Zugabe und den Wunsch: „Auf Wiedersehen ohne Maske!“