Holzkünstler: Peter Weber liebt Vielfältigkeit

Erstellt am 29. April 2022 | 05:57
Lesezeit: 3 Min
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Im Atelier von Holzkünstler Peter Weber in der alten Mühle am Rastenberger Purzelkamp sind zahlreiche interessante Werke zu betrachten.
Foto: Gerald Mayerhofer
Der Adolf-Peschek-Preisträger lebt seit 30 Jahren in der alten Hofmühle in Rastenberg.

 „Kirchen, Schlösser sind voll von Kunstwerken aus Holz. Mittelalterliche Altäre bringen dich wegen ihrer Pracht auf die Knie“, schwärmt Holzkünstler Peter Weber über die Vielfalt des Werkstoffs Holz.

Der gelernte Tischler wurde in Grieskirchen in OÖ geboren und ist Vater von vier Söhnen. „Mich haben sämtliche Kunstformen bereits als Jugendlicher fasziniert. Eines Tages fertigte ich für meine Kinder ein kleines Holzpferdchen an, danach entstand ein Frosch – so hat’s wohl begonnen: Plötzlich war das Dreidimensionale eine große Herausforderung und Holz der am schnellsten verfügbare Werkstoff“, so der Holzkünstler über den Beginn seiner Leidenschaft, der er in Rastenberg in der alten Hofmühle am Purzelkamp nachgeht.

Hofmühle ist für Weber „Schicksal pur“

„Das alte, brüchige Haus ist für mich Schicksal pur. Ich wollte eines Tages eine Ausstellung in Rastbach besuchen – es gab aber noch kein Navi. Die ähnlich klingenden Ortsnamen Rastbach, Rastenfeld und Rastenberg hatten mich derart verwirrt, dass ich am falschen Ort, im falschen Haus angekommen war – daraus sind mittlerweile 30 Jahre geworden!“

In seinen Arbeiten geht der Autodidakt keinen speziellen Themen nach, er liebt das Wechselspiel zwischen Agieren und Reagieren. Die Corona-Pandemie hinterließ tiefe Spuren in seinem Leben: „Ich habe viele Stunden mit Zukunfts- und Existenzängsten auf dem Sofa verbracht, meine Kreativität litt darunter.“

Mit großer Sorge blickt der Künstler auch auf den Krieg in der Ukraine: „Ich bin nicht mehr restlos davon überzeugt, dass wir die Krone der Schöpfung darstellen.“

In Bezug auf seine Werke blickt der Holzkünstler zuversichtlich in die Zukunft: Die wichtigsten Arbeiten sind für ihn nicht die Werke der Vergangenheit, sondern die „Ungeborenen“. Peter Weber wurde 2019 mit dem Adolf-Peschek-Preis der Jury des St. Pöltner Künstlerbundes ausgezeichnet. Einige seiner Werke sind aktuell in der Ausstellung „Silva Artis“ in Trebon in Tschechien zu betrachten. Diese Ausstellung wechselt Mitte Juli ins österreichische Kulturforum nach Prag. Weiters wird er 2022 auch an einigen Ausstellungen der Galerie KUNST:WERK in St. Pölten teilnehmen.