„Sängerknaben - das ganze Jahr vergnügt“

Erstellt am 29. Juni 2011 | 00:00
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KONZERT / Sängerknaben und Schola Zwettlensis brachten ein musikalisches Geschenk an alle im Obstkeller des Stiftes Zwettl.

VON MARIA MOLL

STIFT ZWETTL / Im alten, weiten Raum des Obstkellers, der sicher schon zur Zeit der Klostergründung errichtet worden war, begrüßte Abt Wolfgang Wiedermann am Sonntagnachmittag die vielen Besucher des Schlusskonzerts der Zwettler Sängerknaben. Er dankte den Buben und der Schola Zwettlensis für dieses musikalische Geschenk an alle und weiters für die Gestaltung von Festgottesdiensten das ganze Jahr über. Im zahlreichen Kommen der Zuhörer sah er ein Zeugnis dafür, „dass Ihnen das Singen der Sängerknaben etwas bedeutet“.

Mit „Ich bin das ganze Jahr vergnügt“ stimmten die Sänger auf den abwechslungsreichen Melodienreigen zum Thema „Die 4 Jahreszeiten“ ein. Nach Antonio Vivaldis gleichnamigen Violinkonzerten hatten Gabriele Kramer-Webinger, Klavier, und Vaclav Curda, Horn, kurze Stücke für ihr Zusammenspiel als Einleitung der einzelnen vier Kurzporträts im Jahreslauf erarbeitet, und einige der Jüngsten - Sängerknaben im Volksschulalter - steuerten jeweils ein Gedicht bei. Der Chor trug zu jeder Jahreszeit vier Lieder vor, beschwingt, abwechslungsreich und liebevoll ausgewählt. Auch die Zuhörer waren gefordert: Nach der Melodie von „I love the flowers, I love the daffodils“ drückten sie im Chor ihre Liebe zur jeweils besungenen Jahreszeit wie „Ich lieb´ die Herbstzeit“ aus.

Der Herbst -  Romantik und Melancholie

Passend zum Aufführungsort, wurde als erste Jahreszeit der Herbst mit seiner Farbenpracht, dem herrlichen Obst, aber auch mit seiner Romantik und Melancholie besungen. Tenor Harald Adolf erhielt für sein Solo in dem von seinem Vater Viktor Adolf bearbeiteten Lied „Auf der Heide blühn die letzten Rosen“ begeisterten Applaus.

Der Winter -  Ruhe vor dem Erblühen

Den Liedern über die ruhigere Zeit des Winters mit Raureif, Schnee und Kälte trat der Spaß einer Schlittenfahrt in Form einer deutschen Bearbeitung des Liedes „Jingle Bells“ gegenüber. Ein rhythmisch betontes „Tiritomba“ lockte den Frühling mit Vogelgezwitscher und Duft herbei. Und für die Liebe im Mai gab es „Tulpen aus Amsterdam“. Aus den fröhlichen Melodien über Sommervergnügen, Blumen und Hitze ragte „Kommt, ihr G´spielen“ besonders heraus, als Stefan Hohneder, Markus Stundner, Harald Adolf und Andreas Kugler gesanglich als Echo zum übrigen Chor auftraten.

Dem Publikum hat das umfassende Erlebnis - das Betrachten bunter Dias, die Andrea Weisgrab über das Jahr hin im und um das Stift herum „geschossen“ hatte, das Atmen von Frühlingsduft, den einige Knaben im Raum versprühten, das Verzehren von ausgeteilten Äpfeln, Birnen und Eis, das Gefühl von feinem Sprühregen auf der Haut und nicht zuletzt das Hören der Musik - sehr gut gefallen. Mit der Zugabe „Wann wird´s mal wieder richtig Sommer“ wurden die Gäste von den Musizierenden in den lauen Sommerabend zur Agape entlassen.

Wenn im September das neue Arbeitsjahr der Sängerknaben beginnt, sind „Neue“ herzlich willkommen. Sie sind eingeladen, an vier „Schnupperproben“ teilzunehmen. Erst danach sollen sie selbst entscheiden, ob es ihnen so gut gefallen hat, dass sie bleiben.