Eigenen Pool entworfen: „Ich mag Dinge, die ewig halten.“

Erstellt am 01. August 2022 | 04:00
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Weil er am Markt nicht fand, was er wollte, konstruierte Thomas Kolinsky seinen eigenen Pool, der in Jahresschritten nun zu einem Freiluft-Wellnesspool wurde.

Thomas Kolinsky (48) arbeitet als Logistiker in Vitis, gelernt hat er aber den Beruf des Tischlers. Er beschreibt sich selbst als sehr genau, und er konstruiert gern. Dazu ist ihm wichtig, dass Gegenstände sehr lange halten. Als der Wunsch nach einem eigenen Pool im Garten immer größer wurde und er im Angebot nichts fand, das seinen Anforderungen entsprach, machte er sich selbst ans Werk.

„Ich wollte keinen, der brüchig wird, keinen aus Plastik, keinen, der im Boden versenkt ist. Mir ist da was aus Edelstahl vorgeschwebt, und ich hab mir überlegt, wie ich das passend für meinen kleinen Garten umsetzen kann“, so Thomas Kolinsky. So begann er 2019 mit der Planung eines kreisrunden Beckens mit Anschlüssen für das Pumpensystem und einer dazu passenden Leiter. Gefertigt wurde das dann nach seinen Angaben von einer Metallbaufirma.

Wichtigster Faktor: Nachhaltigkeit

Geliefert wurde es schließlich ein Jahr später. In der Zwischenzeit errichtete er ein 33 cm dickes Stahlbetonfundament für das rund 500 Kilo schwere (ohne Wasserinhalt) kreisrunde Becken mit einem Durchmesser von 240 Zentimetern und einer Höhe von 104 Zentimetern. Aufgestellt wurde es mit einem Kran. Befüllt wird der Pool fast ausschließlich mit Regenwasser, das durch ein Bodenventil für die Wintermonate ablassbar ist. „Bei Regen ist es planvoll“, lacht Kolinsky. „Es war anfangs toll, im Pool zu pritscheln und zu entspannen. Aber ich musste bald bemerken, dass es am Abend bei uns schon kühl ist, und da hab ich mir überlegt, wie ich es beheizen könnte, um es mehr zu nützen.“

In wenigen Stunden auf 30 Grad Wassertemperatur

Ein Heizsystem musste also her, aber welches? Natürlich passt in Kolinskys Lebensphilosophie ein Holzofen, und er fand einen schicken und effizienten bei einem Wellness-Ausstatter. Als der Ofen aufgestellt wurde, kam auch zeitgleich ein nachbestelltes, nach Kolinskys Plänen maßgefertigtes Gehäuse für das Pumpensystem, und der Metallfacharbeiter schloss alles gleich zusammen. So einfach wurde das Planschbecken durch die Beheizbarkeit in ein Wellness-Becken erweitert. Das Wasser nützt Kolinsky übrigens auch als Gießwasser. Wenn es regnet, ist ja genug da.

Bei rund 35 Grad Celsius wellnesst Kolinsky nun in seinem Garten. „Das ist natürlich dann ein besonderes Erlebnis, wenn das Wetter kalt ist und man sich am Abend ins warme Wasser setzt“, so der Konstrukteur. Strom braucht er für das Beheizen keinen, ist er stolz. „Es funktioniert völlig nach Naturgesetz – der Ofen holt sich automatisch das kalte Wasser aufgrund der Thermik und stößt das heiße Wasser in den Pool ab – alles ohne technische Hilfsmittel.“ In Phasen, in denen das Wetter eher kühl und die Wassertemperatur nur 17 Grad Celsius hat, braucht es rund vier bis fünf Stunden, bis Kolinsky im Warmen pritscheln kann. Er verwendet seine private Wellness-Oase aber nur vom Frühling bis in den Herbst. „Es ist mir einfach der Ausstieg zu unangenehm bei Kälte“, gesteht er.

Damit aber auch die Aussicht vom Pool aus schön und das Brennholz für die Beheizung ein schöner Blickfang ist, konstruierte Kolinsky noch ein Holzregal aus Edelstahl. Dieses wurde heuer geliefert.

Jetzt ist alles komplett und ab sofort der Wellnessgenuss mit allen Sinnen zu spüren.