Im Einklang mit der Natur in Franzen. Immer mehr Menschen suchen Erholung rund um das Gut Ottenstein. Hinweistafeln weisen jetzt auf wichtige Verhaltensregeln hin. Neue Angebote rund um Stauseen geschaffen.

Von Markus Füxl. Erstellt am 15. Mai 2021 (05:19)
Kein Einfahren in die Forststraße: Forstdirektor Markus Reichenvater vom Gut Ottenstein installierte Tafeln mit Verhaltensregeln an markanten Einstiegspunkten.
Markus Füxl, Markus Füxl

Mit den warmen Temperaturen strömen immer mehr Besucher ins Naherholungsgebiet rund um das Gut Ottenstein. Um auf das richtige Verhalten dabei hinzuweisen, stellte das Team rund um Forstdirektor Markus Reichenvater Tafeln an markante Einstiegspunkte der Wanderwege auf.

„Es passiert immer wieder, dass Leute mit dem Auto in Forststraßen fahren oder unerlaubt Lagerfeuer entzünden“, erklärt Reichenvater. Mit den Regeln (siehe Infobox) möchte man jetzt auf ein Nebeneinander von Tourismus, Jagd und Forstwirtschaft hinweisen: „Die Wanderwege können nur existieren, wenn wir auch eine wirtschaftliche Basis haben“, erklärt Reichenvater. Sein Motto ist: „Genieße die Natur, aber möglichst unauffällig“ – so bedeuten etwa Drohnen und Heißluftballons auch immer Stress für das Wild am Boden.

Boom durch Corona

Besonders vergangenes Jahr konnte der Forstdirektor einen Tourismus-Boom entlang der Kampstauseen beobachten: 600 bis 700 Boote pro Tag am Ottensteiner Stausee sind dann keine Seltenheit. Wenn Besucher unerlaubterweise über Nacht in der freien Natur campen, werde das zur Anzeige gebracht, erklärt Reichenvater: „Es gibt mehrere offizielle Campingplätze, unsere Seehäuser und das Hotel: Im Wald übernachten muss nicht sein.“

Neue „Safari“ am Stausee

Seit heuer bietet Stausee-Fischer Bernhard Berger zweistündige Bootsfahrten am Stausee an: „Dabei rede ich über den See und die Natur – es ist ähnlich einer Safari“, erklärt er. Generell ist er um Zugänglichkeit bemüht: „Wir geben komplett Einblick darüber, wie unsere Teiche und ökologischen Kreisläufe funktionieren: vom Abfischen bis zur Verarbeitung.“ Mittlerweile gibt es auch eine neue Attraktion in der Bewirtschaftung der Teichwirtschaft: Ab sofort gibt es die Möglichkeit, beim Großen Stronesteich zu angeln. Solche Plätze sind auch für den Zieringsteich geplant.

Neue Teiche wurden angelegt, um das Ökosystem zu fördern, denn: „Bei Eingriffen gibt es immer wieder Gegenmaßnahmen, um möglichst in Einklang mit der Natur zu bleiben“, erklärt Berger. So kommen etwa bepflanzte Schwimminseln zum Einsatz, die unabhängig vom Wasserpegel Keimzeilen zum Ablaichen schaffen.

Schule für die Wildnis

Neben dem bewährten Fischbeobachtungsturm gibt es mit Franz Prameshuber ein neues Angebot, die Natur hautnah zu erleben: Er hat sich mit seiner Hochland-Wildnisschule auf der Mühlenhörndl Insel eingemietet. „Dort werden Kurse darüber angeboten, wie man in der Wildnis überlebt. Für Kinder ab sieben Jahren gibt es Angebote wie Fährtenlesen und Floßbauen“, erklärt Reichenvater.