Studie: Was macht Waldviertler Lebensmittel besonders?. Was Wiener an Waldviertler Lebensmitteln schätzen, nahm die Studentin Bianca Blasl in ihrer Abschlussarbeit unter die Lupe.

Von Markus Füxl. Erstellt am 12. Juli 2019 (05:02)
Markus Füxl
Die Studentin Bianca Blasl schrieb ihre Abschlussarbeit über die Motive zum Kauf regionaler Lebensmittel aus dem Waldviertel. Mit im Bild: Martin Gressl vom Agrarmarkt Austria, ihr Professor Rainer Haas und Bezirksbauernkammer-Obmann Dietmar Hipp.

„Warum kaufen Menschen Lebensmittel aus dem Waldviertel?“ – diese Frage stellte sich die Studentin der Wiener Universität für Bodenkultur, Bianca Blasl. Mit ihrer Abschlussarbeit beantwortete sie sich diese Frage. Die Erkenntnisse präsentierte sie jetzt in der Bezirksbauernkammer Zwettl vor Waldviertler Vertretern aus Wirtschaft und Tourismus.

In Interviews erhob Blasl das Kaufverhalten der Konsumenten. „Die Waldviertler stellen ihr Licht unter den Scheffel. Was sie als Nachteil sehen, wird vom Konsumenten positiv wahrgenommen“, erklärte Blasl. So seien gerade die Abgeschiedenheit, die Einsamkeit und die Kälte Stärken der Region. „Regionalität und Bio wird mit den Waldviertler Lebensmitteln als erstes in Verbindung gebracht“, sagte Blasl.

Babyboomer mögen Speck, Millennials Bier

Bei den Zielgruppen unterscheidet sie zwei Gruppen. Die Babyboomer sind zwischen 1945 und 1965 geboren und begeistern sich besonders für Karpfen, Speck, Mohn und Erdäpfeln. „Wenn Waldviertel drauf steht und drin ist, sind sie bereit, mehr dafür zu bezahlen“, erklärte Blasl.

Den Babyboomern stehen die Millennials gegenüber, also die Generation, die zwischen 1979 und 1997 geboren wurde. Diese Gruppe sei besonders gesundheitsbewusst und schätze besonders Waldviertler Karpfen, Bier, Gin und Whisky. „Essen und Kochen wird für sie zur Popkultur, es ist schon fast zur Religion geworden“, sagte Blasl.

„Essen und Kochen wird für Millennials zur Popkultur, es ist schon fast zur Religion geworden“Bianca Blasl

Die Studentin riet dazu, die Lebensmittel aus dem Waldviertel klar als solche zu kennzeichnen. In einer Diskussionsrunde meinte etwa Waldviertel Tourismus-Geschäftsführer Andreas Schwarzinger: „Der Schlüssel für die Zukunft ist, dass sich Landwirtschaft, Tourismus und Handel zusammensetzen und gemeinsam an einem Plan arbeiten.“ Martin Gressl vom Agrarmarkt Austria pochte darauf, die „Marke Waldviertel hochzuhalten, das ist unsere Lebensversicherung!“ So könne der Handel auf besondere, für Nicht-Waldviertler „exotische“ Lebensmittel zurückgreifen und mit dem Nachweis „Waldviertel“ bewerben. „Ein Waldviertler Roggenschwein, das ist sexy“, meinte Gressl verschmitzt.

Ob Bianca Blasl selbst auf den Waldviertler Geschmack gekommen sei? „Bei Waldviertler Lebensmitteln fühle ich mich wohl! Sie sind ehrlich und authentisch und ich verbinde sehr viele schöne (Genuss)Momente damit. Eigentlich mochte ich keinen Mohn, doch das hat sich jetzt geändert“, sagt sie schmunzelnd.