uns seit 875 Jahren!“

Erstellt am 18. September 2013 | 00:00
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Foto: NOEN, Brand
gleichzeitig Abschluss der mehrjährigen, umfangreichen Renovierung.
Von Brigitte Lassmann-Moser

Unzählige Festgäste aus nah und fern kamen am Sonntag, 15. September, zum Hauptfest des Jubiläumsjahres „875 Jahre Zisterzienserstift Zwettl“, bei dem – drei Tage vor dem Hochfest der Kirchweihe – auch der Abschluss der mehr als sechsjährigen Renovierung des Klosters – eines der größten Sanierungsprojekte überhaupt – gefeiert wurde.

Abtpräses Wolfgang Wiedermann freute sich besonders darüber, dass er an diesem festlichen Tag, dem am Abend zuvor ein Festkonzert voranging, den Apostolischen Nuntius in Österreich, Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen, als Hauptzelebrant des Dankgottesdienstes begrüßen konnte.

„Bis heute ist das Stift Zwettl ein Ort des gelebten Glaubens“

„Es ist mir eine große Freude, heute mit ihnen zu feiern“, so der Nuntius in seiner Predigt. „Gott wohnt hier in unserer Mitte seit 875 Jahren“, meinte Zurbriggen und blickte kurz auf die lange, bewegte Geschichte des Klosters zurück. „Bis heute ist das Stift Zwettl ein Ort des gelebten Glaubens im Waldviertel.“ Die Mauern des Stiftes seien „steinerne Zeugen für die wunderbare christliche Kultur dieses Landes und die von ihr ausgehende Strahlkraft“.

Im Anschluss an das Pontifikalamt, das das Sächsische Vocalensemble (Einstudierung Matthias Jung), das Blechbläserensemble „Virtuosi Saxoniae“ von Ludwig Güttler sowie Elisabeth Ullmann und Johannes Bigenzahn an der Orgel musikalisch gestalteten, fand in der in neuem Glanz erstrahlenden Stiftskirche auch ein Festakt statt.

Spirituelles Zentrum mit großer Strahlkraft

„Stift Zwettl hat für das Waldviertel, für das ganze Land eine große Bedeutung“, betonte Diözesanbischof Klaus Küng. „Ich bin zutiefst überzeugt davon, dass die Stifte auch für heute und morgen eine große Aufgabe haben!“ Die Menschen von heute bräuchten dringender denn je diese Oasen, „als Anstoß zum Nachdenken, um in sich zu gehen, um Prioritäten neu zu erkennen, um so manche Wunden zu heilen“, so der Bischof.

Bürgermeister Herbert Prinz wies darauf hin, dass das Stift Zwettl das drittälteste Zisterzienserkloster weltweit ist, und dass es nicht nur ein „spirituelles, sondern auch ein kulturelles Zentrum ist, das weit über die Grenzen hinaus Strahlkraft hat“. Die 14-Millionen-Euro teure Renovierung, die auch wirtschaftlich von großer Bedeutung sei, gewährleiste, „dass das reiche, historische Erbe auch in Zukunft Bestand hat“.

Stift Zwettl Impulsgeber für die positive und nachhaltige Entwicklung

„Wir haben allen Grund, stolz zu sein“, so Franz Romeder, Obmann des Vereins der Freunde des Zisterzienserstiftes Zwettl, der nicht unwesentliche finanzielle Mittel für die Renovierung aufgebracht hat. „Aber der Einsatz war sehr groß, und es war auch eine große Herausforderung.“ Es sei in den letzten Jahren aber nicht nur renoviert, sondern auch revitalisiert worden, von der Neugestaltung der Klostergärten und der Orangerien über die Schaffung von modernen Wohnungen und Parkplätzen bis hin zur Öffnung der Bibliothek.

Die Festrede hielt Landtagspräsident Hans Penz, der dem Stift Zwettl und allen, die bei der Renovierung „dieses einzigartigen Juwels mitgeholfen haben, besonderen Respekt zollte“. Er bezeichnete das Stift Zwettl als Impulsgeber für die positive geistige, kulturelle und nachhaltige Entwicklung der Region und als „unverzichtbares Glaubens-, Bildungs- und Kulturzentrum“.