Schwarzenau: Im Auto zur Leinwand. Schwarzenau lädt zum ersten Autokino. Gezeigt wird das Drama „Ballon“.

Von Markus Füxl. Erstellt am 13. August 2020 (04:56)
Die Vorbereitungen laufen: Wolfgang Leidenfrost, Irene Burgstaller und Uli Künzel laden zum ersten Autokino in Schwarzenau.
privat

Es hätte ein wahres Volksfest werden sollen – dann kam Corona. Die Gemeinde Schwarzenau tüftelte an einem großen Open-Air-Kino mit Volleyballturnier. Abstandsregeln machten dem ganzen einen Strich durch die Rechnung. Die Initiative „Europa in Schwarzenau“ macht aus der Not jetzt eine Tugend und veranstaltet stattdessen am 14. August um 21 Uhr zum ersten Mal ein Autokino in Schwarzenau.

Mit dem Ballon über die Landesgrenze. Dem Jahresmotto entsprechend steht Deutschland im Mittelpunkt. Der Film „Ballon“ von Michael „Bully“ Herbig behandelt mit viel Spannung und Humor den Alltag der Menschen in West- und Ostdeutschland der 80er Jahre. Im Streifen wird die Geschichte der Familien Strelzyk und Wetzel erzählt, die mit ihrer Ballonflucht die innerdeutsche Grenze aus der DDR nach Westdeutschland mit einem selbstgebauten Heißluftballon wagten.

Ursprünglich war der Film „Goodbye Lenin“ geplant. „Wir mussten aber umplanen, weil die Lizenzkosten zu hoch waren“, erklärt Thomas Samhaber.

Platz für 58 Autos, Anmeldung läuft noch. Helfer der Initiative „Europa in Schwarzenau“ werden ab 20 Uhr Autos in vorgezeichnete Plätze einweisen. Frühe Besucher stehen weiter vorne: „Wenn jemand mit dem Lkw kommt, muss er nach ganz hinten. Die erste Reihe ist für Porsche und Cabrios reserviert“, sagt Samhaber mit einem Augenzwinkern.

Platz ist für 58 Autos, der Eintritt ist frei. Die Anmeldung läuft noch unter 0664 150 53 48, oder unter office@ild.cc. Vor der Vorführung will man einen Film oder Fotos von der Initiative zeigen, sie besteht schon seit über zehn Jahren.

Ton kommt aus dem Autoradio. Und wie funktioniert die Technik? „Der Ton kommt aus den Autoradios, man empfängt die Tonspur über eine eigene Frequenz“, erklärt Samhaber. Zusätzlich werden einige Boxen im Freien aufgestellt, zu leise dürfte es also nicht werden. Für die Leinwand brauchte es ein eigenes, statisches Gutachten. Auf fünf mal 3,8 Metern wird der Deutschland-Film in stattlicher Größe gezeigt.

Popcorn darf nicht fehlen. Was wäre ein Kinoabend ohne Popcorn? Auch in Schwarzenau darf der gepoppte Mais nicht fehlen, erklärt Samhaber. So sei geplant, dass Helfer der Initiative von Auto zu Auto gehen und über das Fenster verkaufen.

Sorgen, während der Vorführung des zweistündigen Films nicht aufs Klo gehen zu können, braucht sich übrigens niemand machen. So kann die Infrastruktur mit den Toiletten des angrenzenden Sportplatzes genutzt werden.

Nicht nur die Größe und Vielfalt unseres Nachbarlandes, sondern auch der Erfolg der Aktivitäten im Vorjahr habe die Initiative ‚Europa in Schwarzenau‘ veranlasst, Deutschland auch 2020 in den Mittelpunkt zu stellen. „Dem Team ist es gelungen, wieder einen spannenden und abwechslungsreichen Veranstaltungsreigen auf die Beine zu stellen“, heißt es auf der Homepage.