Zwettl

Erstellt am 12. Oktober 2018, 04:00

von Maria Moll

Landschaften und Architektonisches in Zwettl. Zwei Künstlerinnen präsentieren derzeit beim Sammer ihre Werke.

Wolfgang Sammer (r.) begrüßte in seiner Galerie die beiden Künstlerinnen Herfriede Konkolits-Fessl und Ilse Fessl, Schriftstellerin Isolde Kerndl und Nationalratsabgeordnete Martina Diesner-Wais (v. l.).  |  Maria Moll

Künstler und zahlreiche „Oberg’scheite“ (© Kerndl) kamen zur Vernissage am 4. Oktober in die Galerie „Der Sammer“, um Werke von Herfriede Konkolits-Fessl und Ilse Fessl-Mühl zu betrachten. Humor mit treffsicheren Pointen und regionaler Würze in Mundart bot die Lesung der Schriftstellerin Isolde Kerndl. Galeriebesitzer Wolfgang Sammer begrüßte zur Veranstaltung.

„Bei Vernissagen, do trifft ma auf södsaume Leit“ – eben Künstler und Oberg´scheite – hielt Isolde Kerndl in ihrer Lesung fest. Künstler, die mit zwei Farbstrichen eine ganze Geschichte erzählen wollen. Aber: „Der Betrachter soll die Freiheit des Beschauens haben.“ Und „es kommen Besucher, die vor dem Bild das linke Auge zuzwicken und dann g´scheit reden. Einige kommen nur, um gesehen zu werden, andere wegen des Büfetts.“ Selbst wenn vielleicht so manche Behauptung zutraf, die Gäste hat es köstlich amüsiert.

Ilse Fessl-Mühl war 20 Jahre bis zu dessen Tod 1997 mit dem Maler und Grafiker Johannes Fessl verheiratet. Neben ihrem Beruf als OP-Schwester schuf sie als freischaffende Malerin vorwiegend Batikbilder. Ganz anders ihre Werke in der jetzt laufenden Ausstellung. Reduzierte bis leicht abstrahierte Landschaften in Öl, Collagen mit Sand auf handgeschöpftem Papier, in denen sie die Eindrücke von Begegnungen mit Freunden in Andalusien und zwei Reisen nach Venezuela aufarbeitet.

Herfriede Konkolits-Fessl absolvierte ein Architekturstudium an der TU Wien und eine akademische Ausbildung in Zeichnen und Malen. Seit 2009 dient ihr die „Kleine Werkstatt“ in Sallingstadt als Atelier und Ausstellungsraum. Ihre Ausstellung in der Galerie Sammer in ihrer Heimatstadt Zwettl beginnt mit drei frühen, sehr gegenständlichen Aquarellen, sie zeigt aber auch Werke aus der jüngeren Zeit, die schöne architektonische Gebilde in interessanten Farbstellungen widergeben.

Die Eröffnung der Ausstellung nahm die Abgeordnete zum Nationalrat Martina Diesner-Wais vor. Die Ausstellung ist bis 12. Dezember von Montag bis Freitag von 9 bis 13 Uhr oder nach telefonischer Vereinbarung unter 0664 86 16 172 zugänglich.