Schloss Schwarzenau ist verkauft!. Die bulgarische Firmengruppe Monbat kaufte Schmuckstück. Neuer „Schlossherr“ will jetzt Gespräche führen.

Von René Denk. Erstellt am 14. August 2019 (05:12)
Archiv/René Denk
Oft angekündigt, jetzt ist es aber tatsächlich passiert: Schloss Schwarzenau wurde verkauft.

Oftmals angekündigt, nie passiert, doch jetzt ist es fix: Schloss Schwarzenau wurde verkauft.

Genauer gesagt wurde die Aurora Immobilien GmbH, die ihren Sitz in Wels hat und in dessen Besitz das Schloss war, an die bulgarische Firmengruppe Monbat verkauft. Das Firmenkonglomerat hat sich auf dem Europäischen Markt als Batterienhersteller (vor allem Starterbatterien) einen Namen gemacht, einen weiteren Geschäftszweig der Gruppe stellt der Recycling-Bereich dar.

„Es war eine Vorstandsentscheidung unseres bulgarischen Mutterkonzerns.“Stanislav Stamenov, neuer Geschäftsführer der Aurora.

Vor fast genau zehn Jahren wurde das Schloss bei einer Versteigerung von den Aurora Geschäftsführern Jürgen Hesz und Lachezar Kostadinov Dinchev gekauft. Dabei trat meist nur Jürgen Hesz als Schlossherr auf. Als einer der führenden Antiquitätenhändler Österreichs nutzte er das Schloss auch dafür, historische Objekte zu lagern.

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Siegmund Kahlbacher und die K.Y.A.T.T-Investorengruppe kauften das Schloss trotz mehrmaliger Ankündigungen nicht.

„Ich hatte selten einen so netten und professionellen Verkaufsprozess, wie diesen“, bestätigt Hesz im NÖN-Gespräch, dass der Verkauf bereits über die Bühne gegangen ist: „Am Tag der Unterschrift war die vereinbarte Summe bereits in der Früh auf meinem Konto.“ Hesz hätte noch arrangiert, dass der immer beliebter werdende Adventmarkt auf Schloss Schwarzenau, genauso wie die geplanten Hochzeiten, normal über die Bühne gehen können. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, sagt Hesz: Die Summe bewege sich aber im oberen Bereich der einst kolportierten Summen – das heißt, beim Kaufpreis dürfte es sich um den Bereich von 14 oder 15 Millionen Euro handeln. Viele Antiquitäten im Schloss wurden mitgekauft.

Ex-Schlossbesitzer Hesz betont, dass er den „Menschenschlag“ im Waldviertel sehr lieb gewonnen habe: „Sie sind sehr straight und tolle Menschen. In Schwarzenau habe ich einige Freunde gewonnen“, betont Hesz. Besonders Karl Elsigan sei ein „sensationeller“ Bürgermeister, der immer Handschlagsqualität bewiesen hätte und mit dem man toll zusammenarbeiten konnte.

Noch keine fixen Pläne für Nutzung

Als neuer Geschäftsführer der Aurora Immobilien fungiert Stanislav Stamenov, der auch Prokurist der österreichischen Monbat Batterien GmbH ist. Der Sitz der GmbH ist in Wien, die Firma betreibt drei Batteriefabriken in Österreich. „Es war eine Vorstandsentscheidung unseres bulgarischen Mutterkonzerns, das Schloss zu kaufen. Unsere Vorstandsmitglieder haben das Schloss sicher nicht ohne Grund gekauft“, hält sich Stamenov im Gespräch über künftige Pläne für das Schloss bedeckt. Er sei als Vertrauensperson beauftragt worden, die Aurora zu betreuen.

Bevor Stamenov zu den Plänen für das Schloss mehr sagt, will er mit allen Personen rund um das Schloss reden, wie etwa Bürgermeister Karl Elsigan, Entscheidungsträger des Bundesdenkmalamts oder anderen Institutionen. Viele Vorarbeiten wären noch zu erledigen.

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Der bisherige Schlossherr Jürgen Hesz und Bürgermeister Karl Elsigan betonen die gute Zusammenarbeit.

„Das Schloss ist eine gute Sache und für die Region wichtig“, meint Stamenov. Gerade die jüngere Geschichte über angekündigte Projekte, die dann nichts werden, hätten dem wunderbaren Schloss negative Schlagzeilen gebracht. „Das will ich nicht und das ist auch nicht unser Stil. Ich weiß selber noch nicht, wohin die Reise geht oder gehen kann“, bittet der „neue Schlossherr“ um Geduld. Er will die Öffentlichkeit informieren, sobald konkrete Pläne auf dem Tisch liegen.

„Wir heißen die neuen Besitzer Willkommen und bieten ihnen die Zusammenarbeit mit der Marktgemeinde an“, betont Bürgermeister Elsigan. Mit der Aurora-Gruppe und Hesz habe es immer eine gute Zusammenarbeit gegeben. „Es ist wichtig, dass wir das Schloss auch in Zukunft für die Öffentlichkeit nützen können“, erörtert Elsigan die Wichtigkeit des Adventmarktes oder die Durchführung der noch ausstehenden Hochzeiten im Schloss.

Bald erstes Treffen mit Bürgermeister Elsigan

Mit Stamenov hätte es bereits mehrere Telefonate gegeben, die bisher immer „auf Augenhöhe“ waren. „Ich habe den Eindruck gewonnen, dass man hier sehr interessiert an einem guten Einvernehmen und einer Zusammenarbeit mit der Marktgemeinde ist“, so Elsigan. In den nächsten Wochen wird es das erste persönliche Treffen zwischen Vertretern der Monbat-Gruppe und Elsigan geben.

Mit dem Verkauf der Aurora Immobilien GmbH ist auch klar, dass die K.Y.A.T.T-Investorengruppe mit CEO Siegmund Kahlbacher nicht mehr zum Zug kommt. Im April 2016 kündigte Kahlbacher den Kauf des Schlosses erstmals an und stellte den Bau eines Fünf-Sterne-Luxushotels mit 100 Arbeitsplätzen in Aussicht. Nachdem es mit dem „Grand Hotel Sauerhof“ in Baden Streit zwischen Kahlbacher und Bundesdenkmalamt gab, präsentierte er im August 2017 ein neues, weitaus kostengünstigeres Projekt: Das Hochzeitsschloss Schwarzenau sollte ein Hochzeitsschloss, das bis zu 400 Gästen Platz bieten sollte, werden.. Bis zuletzt blieb die finale Unterschrift jedoch aus.