Viele Stimmen für Verdi und Wagner

Erstellt am 14. Oktober 2013 | 20:32
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Foto: NOEN, Foto: Maria Moll
Ein grandioses Festkonzert / Chormitglieder aus Zwettl und Gmünd würdigten gemeinsam die beiden Jahresregenten der Musik.
Von Maria Moll

ZWETTL / In Würdigung der beiden Jahresregenten der Musik – Giuseppe Verdi (1813-1901) und Richard Wagner (1813-1883) – veranstaltete die Stadtgemeinde Zwettl am Samstagabend ein Festkonzert im Stadtsaal. Die Anregung dazu war von Pianist Charly Eichinger gekommen. Der gebürtige Zwettler brachte auch die italienische Sopranistin Chiara Ursino mit, mit der er häufig zusammenarbeitet. Regionalkantor Christoph Maaß aus Gmünd und Kantor Franz Weiss aus Zwettl stellten gemeinsam einen Chor aus guten Sängern ihrer Heimatstädte zusammen, den Kulturstadtrat Johann Krapfenbauer besonders herzlich willkommen hieß.

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Das Kulturreferat der Stadtgemeinde Zwettl unter der Leitung von Stadtrat Johann Krapfenbauer (l.) lud am Samstag zu einem Festkonzert in den Stadtsaal. Ausführende waren (weiter nach r.) Pianist Charly Eichinger und Chiara Ursino, Sopran. Den großen Chor mit Sängern aus Gmünd und Zwettl leitete Regionalkantor Christoph Maaß (r. vorne).
Foto: NOEN, Foto: Maria Moll


Die Eröffnung des Konzerts mit „Vedi! Le fosche notturne“, dem Zigeunerchor aus Giuseppe Verdis „Der Troubadour“, bot den Zuhörern gleich einen prägnanten Vorgeschmack auf eine Stütze des Programms - Verdis eindringliche Chöre. Charly Eichinger zeigte sowohl als künstlerischer Begleiter von Chor und Solistin als auch als Virtuose am Klavier - wie mit der interessanten Instrumentalversion von Wagners „Lied an den Abendstern“ aus „Tannhäuser“ - sein großartiges Können. Und Chiara Ursino brachte sich mit nuancenreichem Gesang im populären Lied „Non t’amo piu“ von Francesco Paolo Tosti (1846-1916) erstmals ins Konzert ein.

Italienische Sopranistin zeigte Vielfalt in Stimme 

Mit dem andächtig und sanft bittenden Ave Maria aus „Othello“, das sich zu inbrünstiger Bewunderung steigerte, bewies Chiara Ursino Elegance und Vielfalt der Stimme. Auch einige Arien aus dem Schaffen von Verdis Zeitgenossen Vincenzo Bellini und Giacomo Puccini durften nicht fehlen. Schade nur, dass manch begeisterte Konzertbesucher bereits applaudierten, als die schönen Töne des Schlussakkords oft noch gar nicht ausgeklungen waren!

Nach der Pause widmeten sich die Künstler ausschließlich Verdi und Wagner. Eichinger brachte in brillantem Spiel den „Züricher Vielliebchenwalzer“ zu Gehör, eine Komposition Wagners für die Schwester seiner Muse Mathilde Wesendonck. Dieser seelenverwandten Geliebten, der Frau seines Mäzens Otto Wesendonck, widmete Richard Wagner die dritte seiner Sonaten, von Eichinger an dem Abend virtuos vorgetragen. Wagner vertonte auch fünf Gedichte seiner Freundin, drei dieser Wesendonck-Lieder sang Chiara Ursino.

Abschließend bewiesen sich die Mitglieder des Chores unter der Leitung von Christoph Maaß wieder mit Verdi: der „Bacarole“ aus „Die beiden Foscan“ und dem Triumphchor aus Aida. Für anhaltenden, kräftigen Applaus dankten die Künstler mit zwei Zugaben, aus dem Programm dieses Abends gewählt.