Plastikfreie Gemeinde: Zwettl als Vorbild

Erstellt am 27. März 2019 | 03:55
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Die Grünen Zwettl lobten die Zusammenarbeit beim Beschluss zur „plastikfreien Gemeinde“ mit Franz Mold und der ÖVP auch nach der Gemeinderatssitzung und betonten, dass hier die Umwelt der Sieger sei.
Foto: René Denk
ÖVP und Grüne beschließen Richtlinie. Gemeinderätin Moser (Grüne): „Schreiben damit ja fast Stadtgeschichte.“

Ein neues Miteinander zwischen ÖVP und Grünen wurde bei der Gemeinderatssitzung am 19. März gezeigt.

Zu Beginn brachten die Grünen einen Dringlichkeitsantrag zum Thema Nachpflanzung von Bäumen im Stadtgebiet ein: Grundsätzlich sollen Bäume im gesamten Gemeindegebiet immer nachgepflanzt werden. Sei das nicht möglich, sei das Einvernehmen mit der Stadtgemeinde herzustellen. Bürgermeister Franz Mold sah beim Antrag keine Dringlichkeit und beantragte, diesen Punkt an den zuständigen Ausschuss zu verweisen, was auch einstimmig beschlossen wurde.

Schulen zum Mitmachen animieren

Die Grünen hatten im Vorfeld einen Antrag für eine plastikfreien Gemeinde Zwettl eingebracht. Der Ausschuss arbeitete daraufhin bewusstseinsbildende Maßnahmen zur Vermeidung von „Einwegplastik“ aus. Bürgermeister Franz Mold betonte in der Sitzung, dass er nichts von Verboten, jedoch viel von Aufklärung und Beispielwirkung halte. Wichtig sei, dass die Stadtgemeinde nach Außen und Innen gegen Einwegplastik auftrete.

„Wir schreiben mit diesem gemeinsamen Antrag ja fast Stadtgeschichte“Silvia Moser von den Grünen

Nicht nur das Stadtamt, sondern auch die Schulen sollen sensibilisiert und zum Mitmachen animiert werden. „Wir schreiben mit diesem gemeinsamen Antrag ja fast Stadtgeschichte“, sagte Gemeinderätin Silvia Moser von den Grünen.

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ÖVP-Stadtrat Erich Stern freute sich über den Konsens, der mit den Grünen gefunden werden konnte.
Foto: René Denk

Stadtrat Erich Stern (ÖVP) freute sich über den Konsens, der gefunden werden konnte. „Ich frage mich, weshalb wir hier einen Beschluss fassen. Vor 30 Jahren gab es schon dasselbe Thema: Wie bringen wir die Flaschen wieder weg. Und es gibt heute dieselbe Antwort, wie damals: Die Wirtschaft will das so. Ich bin schon lange für weniger Plastik“, kritisierte FPÖ-Stadtrat Ewald Edelmaier aber auch, dass Plastik nicht überall vermeidbar sei und forderte, mit Werbung die Menschen positiv zu beeinflussen und keine Verbote zu verhängen. Zwei FPÖ-Mandatare enthielten sich schließlich bei der Abstimmung.

Bei der generellen Richtlinie zur Förderung beim Ankauf von Mähgeräten diskutierte der FPÖ-Stadtrat auch noch kräftig mit. Stadtrat Stern freute sich über die Zustimmung der Grünen für generelle Richtlinien beim Ankauf von Mähgeräten für Dorfgemeinschaften sowie Verschönerungs- und Dorferneuerungsvereinen. Künftig sollen generell 1.500 Euro gefördert werden. Der Zusatzantrag von FPÖ-Stadtrat Ewald Edelmaier, die Summe auf 2.000 Euro festzulegen, wurde abgelehnt.