4,7 Millionen-Projekt der Raika ist jetzt baureif

Erstellt am 28. Juni 2017 | 05:00
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So soll das neue Gebäude in die Landstraße eingegliedert werden.
Foto: Plan: Architeturbüro Macho/Raiffeisenbank
Bankverantwortliche präsentierten das in der Landstraße 21 geplante Gebäude, das 2019 fertig sein soll.

Jetzt liegt er vor, der endgültige Plan für das neue Gebäude der Raiffeisenbank Region Waldviertel Mitte in der Landstraße 21. Bereits im Sommer soll der Startschuss für die nächsten Arbeiten erfolgen.

Zur Vorgeschichte: Nachdem die Raiffeisenbank seit längerer Zeit Bedarf an zusätzlichen Räumlichkeiten hat, wollte sie ursprünglich das Postgebäude vis-a-vis kaufen bzw. mieten. Damals war sogar die Rede davon, die beiden Gebäude mit einem Übergang über der Kuenringerstraße zu verbinden. Dann kam das Angebot, das ehemalige Hofhansl-Haus in der Landstraße 21 zu erwerben.

"Haben rasch zugeschlagen"

Dieses stößt an der Rückseite mit dem Raika-Gebäude zusammen, was einen direkten Zugang vom bestehenden in das neue Gebäude ermöglicht. „Wir haben deshalb rasch zugeschlagen, innerhalb von einer Woche haben wir uns über die Konditionen geeinigt“, erklärt Raiffeisen-Obmann Gerhard Preiß. „Außerdem ist die Eigentumsvariante besser als eine Mietvariante im Postgebäude“.

Im Sommer des Vorjahres wurde das alte Gebäude abgerissen. Dann wurden bei archäologischen Untersuchungen überraschende Funde gemacht, deren Freilegung deutlich länger als die ursprünglich ein bis zwei Wochen gedauert hat. „Es wurden grundsätzlich nur Tonscherben gefunden, diese sind aber sehr alt, gehen bis ins achte Jahrhundert zurück“, so Direktor Hubert Dikovits. Dann kamen auch noch ein sehr strenger Winter sowie statische Probleme beim Nachbarhaus – der nach wie vor vorhandene Bauschutthaufen dient zur statischen Stabilisierung des denkmalgeschützten Widhalm-Hauses – dazwischen, sodass sich das Projekt verzögerte.

Modernes Gebäude, aber ortsbildgerecht

Jetzt aber sind die Pläne, die von Architekt Gerhard Macho stammen, präsentationsreif. „Wir haben uns die Sache nicht leicht gemacht und uns mehr als bemüht“, so Obmann Preiß. Und Direktor Dikovits ergänzt: „Wir sind uns bewusst, wie heikel dieser Platz ist und wie behutsam wir damit umgehen müssen!“

Deshalb hat die Bank auch einen Bauausschuss gegründet, der dann auch den Erstentwurf, der relativ modern ausfiel, von der Ortsbildstelle des Landes aber bereits genehmigt war, wieder verworfen. Der jetzt vorliegende Projektentwurf – die mittlerweile 32. Variante (!) – zeigt ein modernes, ortsbildgerechtes Gebäude, „das sich viel besser in das Ortsbild von Zwettl einfügt“, meint Preiß, der hofft, dass es von der Bevölkerung entsprechend positiv aufgenommen wird. Dieser Entwurf ist auch schon durch den Gestaltungsbeirat der Gemeinde gegangen und von diesem abgesegnet.

„Wir sind uns bewusst, wie heikel dieser Platz ist und wie behutsam wir damit umgehen müssen!“Direktor Hubert Dikovits

Geplant ist ein viergeschossiges Gebäude mit einer Gesamtnutzfläche von 1.320 m . Neben einer überdachten Parkgarage mit 13 Stellplätzen für Kunden sind ein Sitzungssaal und drei Wohnungen, die frei vermietet werden (es gibt auch schon Interessenten) und gegebenenfalls zusammengelegt werden können sowie Keller- und Nebenräume geplant. Das Obergeschoß wird vorerst nicht vollständig fertiggestellt, sondern es wird zwischenzeitlich das 600 m große Obergeschoß des bestehenden Bankgebäudes ausgelagert, das restrukturiert wird.

Statik- und Aushubarbeiten als nächster Schritt

Die Fassade des neuen Gebäudes wird das „Raiffeisen-Blau“ tragen, auch die Fassade des bestehenden Gebäudes Landstraße 23 wird saniert. Der bestehende Parkplatz mit der Zufahrt von der Kuenringerstraße wird von zehn auf 23 Stellplätze erweitert.

Dem Wunsch der Gemeinde, die angrenzende Babenbergergasse zu verbreitern und aus sicherheitstechnischen Gründen befahrbar zu machen, wurde vom Bauherrn nicht entsprochen. „Wir hätten dadurch Grundfläche verloren und auch der Gassencharakter wäre verloren gewesen!“, so Dikovits.

Der nächste Schritt sind Ende Juli/Anfang August Statikarbeiten beim Widhalm-Haus sowie Aushubarbeiten. Parallel dazu finden Einreichung und Bauverhandlung statt. Im kommenden Frühjahr soll der Rohbau stehen, Mitte 2019 soll der Bau, wenn alles planmäßig läuft, fertig sein.

Dieses Projekt, für das Errichtungskosten von 4,7 Millionen Euro veranschlagt sind, sei, so Direktor Werner Scheidl, ein „klares Bekenntnis zur Stadt“. „Eine alternative Möglichkeit wäre gewesen, auf der ,grünen Wiese‘ zu bauen, ein entsprechendes Grundstück wäre vorhanden“, ergänzt Dikovits, der – unisono mit Preiß und Scheidl – das gute Einvernehmen mit allen Nachbarn und Anrainern hervorhebt.