Aufregung um Stadthallen-Caterer. Grüne wittern Willkür bei Stadthallen-Caterer. Der kontert: „Es gibt eine Vorgeschichte.“

Von Markus Füxl. Erstellt am 11. Dezember 2019 (05:12)
Grüne Silvia Moser wittert Willkür bei Pauschalen. VP-Stadtrat Josef Zlabinger betont: „Läuft alles ordnungskonform.“
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Mitten in der Ballsaison gehen die Wogen hoch: Kritik richtet sich gegen das St. Pöltener Unternehmen Gastro Zwieselbauer, das unter Christian Zwieselbauer die Zwettler Stadthalle gepachtet hat.

Im Rahmen des Balls der Gesundheits- und Krankenpflegeschule (GuKPS) beschwerten sich Familienmitglieder der Schüler über kurzfristige Verträge, Einschränkungen bei der Ausschank und eine Tischwäsche-Pauschale von 200 Euro. Die Zwettler Grünen wittern sogar „Willkür“ und „Abzocke“, sagt Silvia Moser: „Was kommt als nächstes – eine Gebühr für Gläser und Besteck? Der Caterer setzt die Schulen unter Druck.“

So habe der Caterer 200 Euro Tischwäsche von der GuKPS eingehoben, während er etwa von der HLW zuletzt lediglich 120 Euro verlangte. Das bestätigen GuKPS-Standortleiterin Martina Grubmüller sowie Sarah Bieringer vom Ballkomitee der HLW. Gymnasium-Direktor Wolfgang Steinbauer bestätigt gegenüber der NÖN, keine Rechnung für eine Tischwäsche bekommen zu haben. „Das ist intransparent. Die Gemeinde als Eigentümerin der Stadthalle muss das klar regeln. Der Pächter macht offensichtlich, was er will“, sagt Moser.

Dem Vernehmen nach legte Zwieselbauer einen Vertrag vor, der neben der Pauschale auch das alleinige Ausschanksrecht auf Bier, Spritzer, Wein, Kaffee und antialkoholische Getränke regelt. Bei Nichteinhalten verlangte er eine Vertragsstrafe über 1.000 Euro. Das bestätigt Martina Grubmüller: „Ich habe den Vertrag fünf Tage vor dem Ball vorgelegt bekommen. Das ist nicht praxistauglich, wenn eine Gruppe in die Bar kommt, möchte auch der Autofahrer etwas zu trinken. Hätten wir nicht unterschrieben, hätte er den Ball abgesagt.“

Zwieselbauer: „Lasse mich nicht verarschen!“

VP-Stadtrat Josef Zlabinger versteht die Aufregung nicht: „Es ist alles klar geregelt. Die Schüler können im VIP-Raum ausschenken. In Besprechungen wird alles penibel geklärt. Nur die Krankenpflegeschule macht da einen Zirkus.“

Auf die Vorwürfe angesprochen, sagt Caterer Christian Zwieselbauer: „Im Pachtvertrag ist alles klar geregelt. Ich setze mich immer mit den Schulkomitees zusammen und handle alles aus.“

Dem Vertrag gehe eine Vorgeschichte voraus. So hätten Schüler der GuKPS in der Vergangenheit trotz gegenteiliger mündlicher Vereinbarung vor der Halle Bierflaschen ausgeschenkt: „Das war gegen die Abmachung. Deshalb mache ich das nur mehr schriftlich. Ohne Vertrag, kein Ball. Ich lasse mich nicht mehr über den Tisch ziehen und verarschen“, sagt Zwieselbauer.

Die Pauschale bei der Tischwäsche sei auch niedrig angesetzt: „Das kostet zwischen 4,50 und 7,50 pro Kilo. Ich lege selber noch 300 Euro drauf. Dass es letztes Mal noch keine gab, war guter Wille von mir.“

Bei der Ausschank sei Zwieselbauer ohnehin nachgiebig: „Normalerweise haben viele nur Longdrinks. Die hatten Longdrinks, Flascherl, Sekt, Mehlspeisen und wollten auch noch Kaffee – was denn noch? Ich muss ja auch noch etwas verdienen.“

Andere Schulen hatten „bisher kein Problem“

Kein Problem mit dem Caterer haben die anderen Schulen. Sarah Bieringer von der HLW sagt: „Zwieselbauer war freundlich und sehr kompromissbereit.“ Auch Gym-Direktor Steinbauer meint: „Ihm muss ja auch was übrig bleiben. Es war immer alles glasklar ausgemacht.“