Begegnungszone in der Innenstadt geplant. Ein neues Lichtkonzept sowie eine 30er-Zone, ebenerdige Gehsteige und zusätzliche Parkplätze möchte Johannes Prinz in der unteren Landstraße.

Von Markus Füxl. Erstellt am 17. Juli 2019 (02:12)
Markus Füxl
Eine neue Straßenbeleuchtung und Verkehrskonzept wünscht sich Vizebürgermeister Johannes Prinz in der unteren Landstraße. Inspiration kommt dabei von Freistadt, dessen Lichtkonzept im Buch „Stadtleuchten“ festgehalten wurde.

Im Rahmen des geplanten Innenstadt-Verkehrskonzeptes und der Neugestaltung der unteren Landstraße lässt jetzt Vizebürgermeister Johannes Prinz aufhorchen. So möchte er dort eine Begegnungszone etablieren. Auch über ein neues Lichtkonzept werde in den politischen Gremien gerade diskutiert.

Nach den Straßenbaumaßnahmen in der unteren Landstraße im vergangenen Jahr möchte man den Straßenabschnitt bis 2020 neu gestalten. In der Stadtratssitzung am 30. Juli möchte Prinz bereits die Planungsarbeiten vergeben. Inspiration für das Vorhaben holten sich die Zwettler Stadträte bei einer Exkursion vor einer Woche. Sie besichtigten die Städte Bad Zell, Gallneukirchen und Freistadt in Oberösterreich. Vor allem von Freistadt möchte sich Prinz einiges abschauen. „Dort wurde ein komplett neues Lichtkonzept innerhalb der Stadtmauern umgesetzt. Auch die Begegnungszonen funktionieren dort hervorragend.“

„Die Hamerlingstraße ist verkehrstechnisch furchtbar. Auch dort soll sich in Zukunft etwas ändern.“Vizebürgermeister Johannes Prinz

So möchte der Zwettler Vizebürgermeister die untere Landstraße entsprechend umgestalten. Geplant ist, dass die Gehsteige auf Straßenniveau abgeflacht werden und behindertengerecht auf bis zu zwei Metern Breite vergrößert werden. Außerdem sei eine Geschwindigkeitsbegrenzung zwischen 20 und 30 km/h geplant. „Dort kann man auch jetzt schon nicht 50 km/h fahren“, sagt Prinz zur geplanten Begrenzung.

So würde die untere Landstraße zur Begegnungszone, in der sich Fußgänger, Radfahrer und Kfz-Fahrer gleichberechtigt treffen und die Straße auf einem gleichen Niveau verläuft. „Das ist zum Teil schon am Sparkassenplatz und am Hauptplatz der Fall, nur fehlt dort die entsprechende Beschriftung als Begegnungszone“, sagt Prinz. Fußgänger sollen in der Begegnungszone auch weiterhin die Bereiche links und rechts neben der Straße verwenden.

Außerdem ist die Erweiterung von Stellplätzen geplant. „So könnte man ab dem Weltladen in Richtung obere Landstraße zusätzliche, schräge Parkplätze machen, wahrscheinlich im Bereich der Raiffeisenkassa“, sagt Johannes Prinz.

Die neu gestaltete untere Landstraße soll auch teilweise begrünt werden. So könne sich Prinz mehrere Bäume, wie sie bereits vor der Dreifaltigkeitsstatue stehen, vorstellen. Nach der Vergabe der Planungsarbeiten Ende Juli möchte er die ersten Pläne gemeinsam mit den Bürgern diskutieren. Nach einer Nachplanung soll es nochmals eine Vorstellung der Pläne geben. Im Frühjahr 2020 sollen dann die Arbeiten beginnen. „Dazu werden vermutlich Teile der unteren Landstraße gesperrt, da bis zur Hauskante gearbeitet wird“, erklärt Prinz.

Auch Hamerlingstraße soll nicht so bleiben

Vorerst soll nur die untere Landstraße zur Begegnungszone werden. Im Raum steht aber eine ähnliche Umsetzung in der Hamerlingsstraße, die aktuell sehr eng ist, erwähnt Prinz: „Die Straße ist verkehrstechnisch furchtbar. Wir wollen auch dort Schritt für Schritt Veränderung. Wir wollen die Zwettler Innenstadt möglichst attraktiv gestalten.“ So ist sein Wunsch, dass in der nächsten Gemeinderatsperiode auch die Hamerlingstraße neu geplant und umgesetzt wird. Bauliche Maßnahmen dürften in naher Zukunft auch in der Schulgasse ins Haus stehen, lässt Prinz anklingen.

Auch bei der Lichtgestaltung soll sich in der Zwettler Innenstadt im Laufe des nächsten Jahres einiges ändern. Prinz verweist auf das neue Lichtdesign in Freistadt, das in dem Buch „Stadtleuchten“ beschrieben wird. So sorgen dort LED-Lampen direkt an den historischen Hausfassaden für Beleuchtung. Das Ausleuchten auf durchschnittlich 14 Metern Höhe garantiere gleichmäßige Lichtverhältnisse. Leuchtmodule, bestehend aus LED-Lampe plus Linse, werden je nach Bedarf und gewünschter Ausleuchtungsintensität im jeweils optimalen Winkel angebracht. Der Effekt ist dann ein blendungsfreies, sogenanntes „Abtasten“ des angestrahlten Objektes.

Entweder Lampen auf Häusern, oder LEDs

„Eine ähnliche Variante kann ich mir in der unteren Landstraße auch vorstellen“, sagt Prinz. Dazu bedürfe es aber der Zustimmung der Hauseigentümer. Gespräche dazu wurden seitens der Stadtgemeinde noch nicht geführt.

Fix ist aber, dass die Zwettler Altstadtlampen bald ausgedient haben dürfen. Diese strahlen „in jede Richtung“, sagt Prinz. „Wir müssen schauen, was machbar ist. Möglich wäre eine Umrüstung auf LED, damit die Lampen gezielt nach unten runterstrahlen“, sagt Prinz. So ist der Plan, in der ganzen Stadt auf LED umzurüsten. „Das wird eine Grundentscheidung für die Zukunft“, meint der Vizebürgermeister.