Fünf neue Wohnungen in der Innenstadt. Aus dem Königreichssaal der Zeugen Jehovas macht ein Gföhler Unternehmer Wohnungen in Zwettl.

Von Markus Füxl. Erstellt am 16. April 2021 (05:11)
Wo früher „Zeugen Jehovas Königreichssaal stand, hängt jetzt ein Werbeplakat: Richard Reiter aus Gföhl hat das Haus gekauft und baut es in fünf Wohneinheiten um.  
Füxl

Wo früher ein Logo der Zeugen Jehovas war, hängt jetzt ein Werbebanner: Richard Reiter, Inhaber von Fliesen & Öfen Reiter in Gföhl, hat das Haus Parkgasse 2 gekauft und wandelt den Bau in Wohnungen um. Teile des historischen Hauses sollen dabei aktiv in die Raumgestaltung integriert werden, wie etwa historische Gewölbe.

Richard Reiter stieß bei den Arbeiten auf mehrere historische Gewölbe. Sie sollen in die Wohnungen integriert werden.
Richard Reiter

„Ich habe das Haus vor einem Jahr bei einem Besuch in Zwettl entdeckt. Die Lage ist gut, der Park gleich nebenan“, erklärt Reiter, dem auch in Gföhl mehrere Wohnungen gehören. Fünf Wohnungen zwischen jeweils 50 und 100 Quadratmeter sind in dem Haus in Zwettl geplant: Eine große Wohnung im Erdgeschoß, zwei weitere im Obergeschoß und zwei, die über beide Etagen laufen werden. Jede Wohnung bekommt einen Parkplatz. Drei Wohnungen bekommen Balkone, Kamine und Küchen aus dem eigenen Unternehmen runden die Ausstattung ab.

Haus war Teil von historischer Heumühle

Das Haus hat eine geschichtsträchtige Vergangenheit: Es war Teil der Heumühle, die seit dem Mittelalter bestand. Dort, wo heute das Nachbarhaus Parkgasse 1 steht, befand sich einst das eigentliche Mühlengebäude, an der Stelle von Parkgasse 2 standen Nebengebäude der Mühle. Zuletzt gehörte das Haus den Zeugen Jehovas. Erstmals wurde das Haus 1295 urkundlich erwähnt.

In diesem Jahr verlieh nämlich Leuthold I. von Kuenring einem Leopold Müller ein Grundstück am Ufer der Zwettl und beauftragte ihn, dort eine Mühle zu errichten, von der er alljährlich die Burgrechtsabgabe an das Zwettler Bürgerspital abführen sollte. Es ist das zugleich auch die erste urkundliche Erwähnung des Zwettler Bürgerspitals, eines der ältesten im Land.

Historischer Flair soll erhalten bleiben

Das Haus wird komplett entkernt, den historischen Flair soll es aber behalten: So stieß Reiter auf alte, 3,60 Meter hohe Gewölbe. Sie will er erhalten und in Bade- beziehungsweise Schlafzimmer integrieren. Bereit zum Einziehen sollen die fünf Wohnungen um den Jahreswechsel 2021/22 sein.

Eine erste Innenansicht: Heizkamine sollen für eine wohlige Atmosphäre sorgen.
Richard Reiter