Konzert: Die Gitarren erklangen

Das Gitarrenduo Crossing Strings begeisterte in der Galerie blaugelbezwettl.

NÖN Redaktion Erstellt am 21. September 2021 | 17:40
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Martin Anibas (l.) begrüßte die klassische Gitarristin Carina Maria Linder und den Fingerstyle-Gitarristen Markus Schlesinger am Samstagabend in der Galerie blaugelbezwettl.
Foto: Maria Moll

Das Gitarrenduo Crossing Strings, bestehend aus zwei Meistern ihres Faches, spielte am Samstagabend ein besonderes Konzert in der Galerie blaugelbezwettl. Galerieleiter Martin Anibas begrüßte dazu.

Carina Maria Linder, die junge Kärntnerin, begann mit acht Jahren ihre Ausbildung in klassischer Gitarre. Das Masterstudium absolvierte sie an der Anton Bruckner Privatuniversität Linz. Die Lehrbefähigung als Instrumentalpädagogin erhielt sie mit Auszeichnung. Außerdem genoss sie drei Jahre Gesangsunterricht. Seit Mai konzertiert Linder zusammen mit ihrem Lebenspartner Markus Schlesinger, dem Fingerstyle-Gitarristen aus Wien. Er wollte mit neun Jahren anfangen, Gitarre zu spielen, aber das Üben war nicht so seins. Mit 16 hat er das Instrument wiederentdeckt. Seine Mutter kaufte eine E-Gitarre, und ein Song von Jimi Hendrix brachte die nötige Motivation.

Den Beginn des Konzerts gestaltete Carina Maria Linder mit einem Preludium. Sie spielte nach klassischer Art auf der Gitarre, wobei ganz sanfte Töne mit schnellen, straffen Passagen abwechselten. In einem Werk von Silvio Rodriguez, dem kubanischen Liedermacher, präsentierte Carina Linder erstmals ihre helle, pure Stimme zum Spiel auf der Gitarre. Dann bat sie ihren Partner, „die dunkle Seite der gemeinsamen Musik“, auf die Bühne, um sich vorzustellen.

Die Gitarre als Percussion-Instrument

Im persönlich gestalteten Cover von „Ain´t no sunshine“ verwendet Schlesinger seine akustische Westerngitarre auch für perkussive Elemente. Songs schreibt er gerne nachts bis zwei oder drei Uhr in der Früh vor dem TV-Gerät. Zusammen mit Carina erklingen Blues, Jazz, Folk und Fingerstyle-Arrangements bekannter Songs wie „Georgia on my mind“ oder „Summertime“, natürlich in eigener Bearbeitung. Aus der Überlegung heraus, das Rauchen aufzuhören, entstand der „Last Cigarette Blues“, „Lockdown-Madness“ diente dem Abreagieren des Frusts über Corona. Auch das Fernweh nach Irland oder Andalusien fand musikalischen Ausdruck. Ein eigener Gag war das Gitarrespiel zu vier Händen in „Fever“. Die beiden Musiker nahmen rittlings auf einem gepolsterten Bankerl Platz, spielten gemeinsam auf einer Gitarre und Carina sang dazu mit ihrer schönen, umfangreichen Stimme.

Mit zwei Zugaben, als Abschluss das Geburtstagständchen „May you stay forever“, das Markus damals zum Anlass für Corina komponiert hatte, endete das facettenreiche Konzert.