Zwettler Musiker zeigten Leiden Jesu

Erstellt am 29. März 2017 | 05:33
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Unter der Leitung von Joachim Adolf brachten Solisten, die Zwettler Vocalisten und das Orchester der Zwettler Bachtage am 25. März die Johannes-Passion von Johann Sebastian Bach in der Stadtpfarrkirche Zwettl zur Aufführung.
Foto: NOEN, Maria Moll
Zwettler Vocalisten, Solisten und das Orchester der Zwettler Bachtage setzten die Johannes-Passion bombastisch um.

Eine ganz besondere Form, die Leidensgeschichte Jesu darzustellen, erlebten zahlreiche Konzertbesucher am Abend des 25. März in der Stadtpfarrkirche Zwettl. Die Zwettler Vocalisten, einige Solisten und das Orchester der Zwettler Bachtage brachten unter der Leitung von Joachim Adolf die Johannes-Passion von Johann Sebastian Bach in etwas gekürzter Fassung zur Aufführung.

Die Johannes-Passion berichtet im ersten Teil vom Verrat und der Gefangennahme Jesu sowie der Verleugnung durch Petrus. Der zweite Teil ist wesentlich länger. Er erzählt von den Verhören und der Verurteilung Jesu durch Pontius Pilatus, von Kreuzigung, Tod und Begräbnis. Der Passionsbericht des Johannesevangeliums in der Lutherübersetzung lenkt die Aufmerksamkeit der Menschen mehr auf die Heimkehr des Gottessohnes zu seinem Vater als auf die irdischen Qualen des Menschen Jesus von Nazareth.

Besetzung stellte das Stück würdevoll dar

Harald Adolf als Evangelist führte in Rezitativen durch die Handlung – eine schwierige, umfangreiche Aufgabe mit dramatischem Gestaltungsreichtum. Andreas Kugler zitierte die Reden Jesu würdig und ruhig. Gerald Höbarth verlieh der Gestalt des Pontius Pilatus Macht und Kraft und Joachim Adolf personifizierte einen Diener. In schönen lyrischen Solo-Arien drückten Christina Kramer und Romy Mayer Gefühle und Stimmungen anderer aus wie in „Ich folge dir gleichfalls mit freudigen Schritten“ (Petrus) oder „Es ist vollbracht“ (Jesus).

Das Geschehen in der Johannes-Passion verfolgt das Volk andächtig, was durch den Chor ausgedrückt wird. Dem Chor wird überhaupt eine tragende Rolle zugedacht. Aufwändig angelegter, gewaltiger Chorgesang am Anfang und am Schluss des Werkes soll ermahnend wirken. Besondere Aufmerksamkeit erregen die sogenannten Turbachöre, 14 an der Zahl, und elf Choralsätze. Eingefügt in den Evangelienbericht, ist ihr Text meist bekannten evangelischen Kirchenliedern entnommen. Einige Arien und Chöre stammen aber weder aus der Bibel noch aus Kirchenliedern, sie sind freie Dichtung.

Eine schöne Würdigung erfährt die Einstudierung des umfangreichen Werkes durch die Zwettler Musiker dadurch, dass die Johannes-Passion auch noch am Sonntag, 26. März, im Rahmen eines ökumenischen Gottesdienstes in der katholischen Pfarrkirche Horn zur Aufführung gelangt.